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Viel Platz für's Gepäck. Die Kombivariante des Renault Clio hört auf den
Namen Grandtour, und wenn man die gesamte Ladekapazität von 1.277 Litern
ausschöpft, kann man mit dem nur 4,23 Meter kurzen Clio durchaus auf große
Fahrt gehen. Der spritzige 88 PS starke Vierzylinder Diesel macht auf jeden Fall
einiges mit, bietet in fast jeder Lage erstaunlich viel Power und kann auch schön
niedertourig, und mit den 4 Litern Mix-Verbrauch, den Renault angibt, reicht der
55 Liter Tank auch ganz schön weit, obwohl wir zugeben müssen, dass
wir meist deutlich mehr verbraucht haben. Mit der leichtgängigen und präzisen
Lenkung ist er stets gut zu handeln, das Fahrwerk ist komfortabel mit genügend
Reserven für sportlichere Ausflüge. Die Bremse mit Scheiben rundum
macht auch bei Dauerbelastung nicht schlapp.
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Karosserie Vorne
ganz Clio macht auch der Grandtour eine sportliche Figur. Besonders gut macht
sich die silbergraue Strebe am unteren Rand des großen Lufteinlasses in
der Frontschürze, parallel zum Kühler verläuft eine markante
Sicke bis an die großen, wie von Wind nach hinten gewehten Scheinwerfer.
Auch Richtung Motorhaube sorgt
eine sich stark ausprägende Sicke, die bis in die flach stehenden A-Säulen
verläuft, für einen dynamischen Auftritt. Die Dachreling nimmt das
Silbergrau aus der Frontschürze noch einmal auf und gibt es an die Leiste über
dem Heck-Nummernschild weiter.
Für Dynamik sorgen auch
die sich nach hinten deutlich verjüngenden Seitenscheiben mit ansteigender
Gürtel und abfallender Dachlinie, die zudem in einem Dachkantenspoiler
endet. Die Heckklappe reicht weit nach unten und sorgt so für eine niedrige
Ladekante, über die sich der Kofferraum bequem beladen lässt. Sie
schwingt weit genug auf, so dass man sich erst jenseits der 1,85 m Körpergröße
anstoßen kann. |
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Innenraum/Kofferraum Schlecht
ist allerdings die eingeschränkte Greifmöglichkeit in Form einer
kleinen Mulde beim Schließen und die eingeschränkte Sicht durch die
recht breiten Dachsäulen. Und wenn wir schon beim Kofferraum sind, dann
bleiben wir auch gleich bei den sehr ordentlichen 403 Litern Stauvolumen, die
sich einfach auf 1.277 Liter erweitern lassen. Dazu wird die Sitzfläche
hoch- und die Rücksitzlehne vorgeklappt, wobei sogar die Kopfstützen
dran bleiben können, also zumindest dann, wenn die Vordersitze nicht ganz
nach hinten geschoben sind.
Unter dem Kofferraumboden ist
nochmals ein zusätzlicher Stauraum und ganz erfreulich findet hier auch die
Kofferraumabdeckung ihren Platz, wenn sie nicht gebraucht wird und die Rücksitze
umgelegt sind. Mit den 496 kg Zuladung wird man meistens auch gut auskommen.
Sitzen Passagiere in der
zweiten Reihe, finden die auch als 1,80 m Menschen hinter ebensolchen
Frontpassagieren ein ordentliches Unterkommen, zumindest auf den beiden Außensitzen.
Größer sollten die Hinterbänkler aber nicht sein, der Kopf-
sowie der Beinraum sind dann erschöpft.
Problemlos gelingt das Ein- wie
Aussteigen, und das gilt noch mehr für die Vordersitze. Hier ist das
Platzangebot durchaus üppig, die Sitze sind ausreichend groß
dimensioniert und auch gut ausgeformt, da aber nicht nur die Sitzfläche und
die Lehnen sondern auch die Seitenwangen recht weich ausgefallen sind, geht der
Seitenhalt weitgehend verloren. Schick gelöst ist die optische Aufmachung
der Sitze, besonders die Lederbahnen an den Seitenwülsten mit den
kontrastierenden Nähten machen sich sehr gut.
Und diese Nähte tauchen
dann auch am Lederlenkrad wieder auf, das sich mit den eingearbeiteten
Verdickungen angenehm griffig gibt. Das war aber auch bei dem Vorgänger
schon so, wie der riesige Pralltopf, der doch irgendwie altbacken wirkt. Und das
gilt auch ein wenig für die gewählte kantige Lösung für den
großen Bildschirm fürs Navigationssystem.
Überhaupt wurde am Cockpit
nur wenig verändert, und das bedeutet also auch für unseren Testwagen
eine solide Verarbeitung mit zahlreichen Applikationen in frischem Silber, was
aber nur teilweise über die recht graue Kunststoff-Landschaft, die zudem
nicht sonderlich hochwertig aussieht, hinwegtäuschen kann. Auch die etwas
zu hohe Sitzposition gab schon beim bisherigen Modell Anlass zur Kritik.
Ansonsten kann man über
die funktionale und intuitive Bedienung ebenso wenig meckern wie über die
angenehm hoch positionierten Schalter und die Instrumente, die nicht nur gut
ablesbar sondern auch sportlich gezeichnet sind. Unverändert fehlt uns auch
heute die Griffmulde in der Tür, um diese besser zuziehen zu können.
Nicht gerade üppig bemessen ist die Größe und Anzahl der Ablagen
im Auto.
Lassen Sie auch gern mal das
Licht eingeschaltet wenn Sie aussteigen? Beim Renault kein Problem, er schaltet
das Licht einfach automatisch aus, ohne mit lautem Piepen auf die Nerven zu
gehen.
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Komfort/Fahrwerk/Bremsen Das
Fahrwerk des von uns gefahrenen Clio Grandtour hatte eine gute
Komfortabstimmung, die den Wagen sogar auf Kopfsteinpflaster sehr kultiviert
abrollen ließ. Typisch Franzose, möchte man sagen, aber auch wenn es
mal sportlicher um die Ecken gehen sollte, zeigte sich der Clio gut gerüstet.
Mit leichtem Untersteuern und
einem dezent und spät eingreifenden ESP ließ der Renault auch
problemlos flotte Fahrweisen zu, bei denen er mehr zum Übersteuern neigt.
Einzig im Slalomtest schaukelte sich die Karosserie dezent auf und auf groben
Schlaglöchern neigte er gelegentlich zum Poltern.
Kombiniert ist das Ganze mit
einer elektrisch unterstützten Servolenkung, die leichtgängig und präzise
arbeitete und ein gutes Gefühl für die Straße bot.
Und ein gutes Gefühl
hatten wir auch immer dann, wenn die Bremsanlage gefragt war. Sie zeigte sich
mit Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet) ebenfalls von ihrer guter
Seite, meisterte auch mehrere Vollbremsungen aus Tempo 100 problemlos nach im
Schnitt 37 Metern Bremsweg, sprach gut an und war angenehm zu dosieren.
Neben einer elektronischen
Bremskraftverteilung sorgt ein Bremsassistent bei Notbremsungen für
ordentliches Zupacken, bei dem allerdings die Reifen auch schon mal lauthals
aufschreien. |
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Motor/Getriebe Von
den drei angebotenen Diesel-Aggregaten war unser Testwagen mit der mittleren, 88
PS starken Variante ausgestattet, eine durchaus goldene Mitte, wie der Test
zeigte. Aus 1,5 Litern Hubraum, verteilt auf vier Zylinder mit jeweils zwei
Ventilen, holt der Common-Rail-Direkteinspritzer mit Turbolader seine 65 kW / 88
PS - zwei mehr als der Vorgänger.
Um 20 auf 200 Nm reduzierte
sich das maximale Drehmoment, das dafür aber schon bei 1.750 U/min zur Verfügung
steht. Und so gibt sich das ausgesprochen laufruhige Triebwerk auch richtig
spritzig, lässt den Clio Grandtour nach einer kurzen Anfahrschwäche in
11,2 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 sprinten und bei Bedarf 176 km/h
schnell werden.
Wie schon der Vorgänger
war auch der aktuelle Diesel angenehm niedertourig zu fahren und wer es darauf
anlegt, kann im Mix laut Renault mit 4 Litern Diesel auf 100 km auskommen. In
der Stadt verspricht der Franzose 4,9, außerorts sogar nur 3,5 Liter zu
verbrauchen. Laut Bordcomputer und eher flotter Fahrt hat der 1.5 dCi 90 in
unsere Test aber zumeist um die 5,6 Liter konsumiert.
Der Namenszusatz "eco"
bedeutet bei Renault, dass das Triebwerk weniger als 140 g CO2 pro Kilometer
ausstößt oder mit Biokraftstoffen (z.B. Biodiesel B30) fahren kann,
in einem Werk hergestellt wird, das nach der int. Norm ISO 14001 zertifiziert
ist und zu 95% recycelt werden kann und mindestens 5% recycelte Kunststoffe enthält.
Im Falle des dCi 90 beträgt der CO2-Ausstoß 106 g pro Kilometer und
er erfüllt u.a. mit dem serienmäßigen Rußpartikelfilter
die Euro 5 Abgasnorm.
Erstaunt waren wir über
die Tatsache, dass das feine Sechsgang-Schaltgetriebe jetzt nur noch für
den größeren Diesel verfügbar ist und unser Testwagen mit einer
Fünfgang-Schaltung ausgerüstet war. Zum Glück lassen sich die fünf
Vorwärtsgänge angenehm leichtgängig und präzise schalten,
aber gerade bei höheren Geschwindigkeiten hätten wir gerne wieder
einen sechsten Gang gehabt. |
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Sicherheit Mit
dem aktuellen Clio Grandtour geht Renault auf Nummer sicher. So gehören ab
der Basisversion ESP und Antriebsschlupfregelung ASR sowie die
Untersteuerkontrolle USC zur serienmäßigen Ausstattung. Unser
Testwagen in der Ausstattungsvariante Luxe verfügte zudem über das
Aktive Kurvenlicht.
Dazu kommen sechs Airbags
(Front- und Seitenairbags sowie vorhangähnliche Windowbags) und die üblichen
Dinge wie Dreipunktsicherheitsgurte, Kopfstützen etc. Wäre unser
Testwagen ein Dreitürer, hätte er sogar Anti-Submarining-Airbags in
den vorderen Sitzen. |
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Ausstattung/Kosten Unseren
Renault Clio Grandtour dCi 90 eco gibt es nicht mehr in der Ausstattungsversion
Luxe, und als Dynamique kostet er jetzt 18.700,- Euro und ist auch dann gut
ausgestattet.
Neben Servolenkung und
Zentralverriegelung gehören z.B. auch elektrische Fensterheber vorne,
elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, Klimaanlage, 15Zoll
Alufelgen, Radio-CD und Nebelscheinwerfer zur Grundausstattung.
Eine Metallic-Lackierung kostet
450,- Euro extra, außerdem gibt es zahlreiche Pakete, die aber oft nicht für
den dCi 90 Dynamique verfügbar sind, wir empfehlen unbedingt ein ausführliches
Studium der Preis- und Ausstattungslisten.
Die Diesel-Aggregate verfügen
über ein Öl-Kontrollsystem OCS, das den Oxidationsgrad berechnet, die
normalen Inspektionsintervalle sind alle 20.000 km fällig, können
durch OCS aber vorgezogen werden. Der Zahnriemen muss alle 120.000 km erneuert
werden.
| (Stand: Oktober
2011) |
LL |
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Technische Daten
| Hubraum |
1.461 cm³ |
| Zylinderzahl |
4 |
| Ventile |
8 |
| kW/PS - U/min |
65/88/4.000 |
| Nm bei U/min |
200/1.750 |
| Abgasnorm |
Euro 5 |
| CO2-Ausstoß |
106 g/km |
| Kraftstoffart |
Diesel |
| Tankvolumen |
55 Liter |
| Verbrauch innerorts |
4,9 Liter |
| Verbrauch außerorts |
3,5 Liter |
| Verbrauch Mix |
4,0 Liter |
| Reichweite |
1.370 km |
| Höchstgeschwindigkeit |
176 km/h |
| Sprint 0 - 100 km/h |
11,2 Sekunden |
| Länge |
4.233 mm |
| Breite |
1.720 mm |
| Höhe |
1.513 mm |
| Radstand |
2.575 mm |
| Wendekreis |
11,30 m |
| Kofferraumvolumen |
403 - 1.277 Liter |
| Leergewicht inkl. 75 kg Fahrer |
1.194 kg |
| Zul. Gesamt-Gewicht |
1.690 kg |
| Zuladung |
496 kg |
| Dachlast |
80 kg |
| Anhänger ungebremst |
535 kg |
| Anhänger gebremst |
1.200 kg | |
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