|
Der neue Alte. Mit dem Facelift des Freelanders hielt parallel der
Frontantrieb Einzug. Wenn uns die frontangetriebene Variante eD4 auch absolut überzeugen
konnte und für den alltäglichen Einsatz hierzulande vollkommen
ausreicht, so greift der Kunde letztlich aber doch auf den kleinen Briten mit
Allradantrieb zurück. In Verbindung mit dem neuen Topdiesel SD4 leistet das
SUV durchzugsstarke 190 PS, präsentiert sich aber zugleich auch effizient
und sparsam.
|
 |

 Bilder anklicken zum Vergrößern! |
|

Karosserie Die
optischen Veränderungen wurden von den Verantwortlichen bewusst sehr gering
gehalten, da das Fahrzeug es nach deren Aussagen schlichtweg nicht nötig hätte.
Ansichtssache. Zweifelsohne hält der kleine Landy an seinen Wurzeln fest,
vermittelt seine inneren Werte durch optische Klarheit und stellt einen
absoluten Kontrast zu dem neuen Design-Schmuckstück Range Rover Evoque dar.
An dieser Stelle möchten
wir jedoch keinen direkten Vergleich ziehen, sondern stattdessen die Veränderungen
des neuen Modelljahrgangs in Augenschein nehmen.
Angefangen beim neuen Land
Rover-Emblem das nun in den Farben Grün und Silber erstrahlt, über die
nun in Wagenfarbe lackierten Elemente an Tür und Heckklappe sowie dem
unteren Fahrzeugverlauf und den Außenspiegel bis hin zu den modifizierten
Halogenscheinwerfer und Heckleuchten, die die Wertigkeit gemeinsam steigern.
Die stärkeren
Motorisierungen, wie im Falle unseres Testwagens, sind mit einem hellen
Gittereinsatz versehen, der Feinschliff an den Stoßfängern sowie den
Nebelscheinwerfereinfassungen kommen wiederum allen Versionen zu gute. Die um
zehn Prozent vergrößerten Fensterflächen an den Seiten zählen
zu einer weiteren Neuerung, sind allerdings nicht wirklich zu erkennen. |
|

 |
|

Innenraum/Kofferraum Ebenso
behutsam wie am Blech wurde auch im Innenraum Hand angelegt. Durch modische Bezüge
und Stoffmuster, neue Farbkonzepte und attraktive Dekors haben die Designer
nicht nur die Wertigkeit anheben können, sondern auch die zur Wahl
stehenden Optionen.
Sanfte Retuschen an der
Armatureneinheit ändern nichts an der klaren Struktur sowie der Übersichtlichkeit
und entsprechen optisch dem robusten Gesamtcharakter. Die Bedienbarkeit mittels
großer Schalter gestaltet sich im Kern intuitiv und problemlos, in
Anbetracht der recht hohen Sitzposition ist die Einheit vielleicht etwas tief
angebracht.
Die umgestaltete
Instrumenteneinheit, der handlichere Schaltknauf wie auch die Leuchteinheiten an
der Decke, im Fußraum und dem Einstiegsbereich zählen zu den weiteren
positiven Neuerungen. Negativ ins Gewicht fallen leider auch im neuen
Modelljahrgang die sehr schmalen Hupknöpfe, die für diese
Fahrzeuggattung etwas kurze Auflagefläche für die Beine und die
mangelnde Sitzhöhenverstellung seitens des Beifahrers. Das ansonsten recht
bequeme Gestühl zeigt sich zudem im Bereich des Seitenhalts etwas zurückhaltend.
Als wesentlich großzügiger
erweist sich das britische SUV dagegen, was die Platzverhältnisse
anbelangt. Mit 405 bzw. 755 Liter ist auch der Kofferraum ausreichend üppig
bemessen. Die im Verhältnis 60 zu 40 geteilt umklappbare Rückbank
vergrößert diesen Stauraum auf bis zu 1.670 Liter. Um eine ebene
Ladefläche zu erreichen, muss zunächst die Sitzfläche nach vorn
umgelegt werden. Robust und praktisch zeigt sich der Freelander auch im Gepäckabteil,
dessen Ladeboden beidseitig nutzbar auch mit einer Wasser abweisenden Oberfläche
aufwarten kann.
Die Heckklappe öffnet zwar
weit, allerdings im Falle unseres Testwagens nur mit einem gewissen
Kraftaufwand, ein automatischer Mechanismus wäre hier wahrlich wünschenswert
gewesen. |
|


 |
|

Komfort/Fahrwerk/Bremsen Unglaublich
geländegängig war der Freelander von jeher, es scheint unbestritten,
dass ihm in dieser Kategorie kein Mitbewerber so leicht etwas vormacht. Neben
den optimalen Vorraussetzungen, die bereits die Karosserie mit sich bringt, ist
es gerade das bewährte Terrain-Response-System, das durch simples Drehen
des Reglers Fahrer wie Fahrzeug auf das richtige Terrain vorbereitet und den
intelligenten Allradantrieb steuert.
Während das Fahrzeug in
der "Normal"-Stellung schon problemlos leichtes Gelände meistert,
stehen die Programme "Gras/Schnee", "Schlamm" oder "Sand"
in der jeweiligen Situation geradezu beängstigend ihren Mann.
Motormanagement, Getriebe, Zentralkupplung und auch die Fahrwerkssysteme passen
sich dementsprechend an. Die Bergabfahrhilfe HDC manövriert den Freelander
ohne blockierende Räder und Bremseingriff mit einer geringen
Geschwindigkeit auch die steilsten Hänge hinab. Da wird es eher dem Fahrer
angst und Bange, bevor dieses SUV an seine Grenzen stößt. Allenfalls
die "normalen" Straßenriefen können hier eine Einschränkung
darstellen.
Und wie sieht es auf der
asphaltierten Piste aus? Macht der Freelander auch hier allen anderen etwas vor?
Der permanente Allradantrieb verteilt die Kraft zwischen Vorder- und Hinterachse
stets mit Blick auf optimale Traktion. So wird in der Regel die Hauptleistung an
die Vorderachse übertragen, was wiederum dem Verbrauch erheblich entgegen
kommt. Verliert das Fahrzeug jedoch an Haftung, verteilt die Haldex-Kupplung den
Kraftfluss blitzschnell und so wie nötig.
Die Wankneigungskontrolle RSC
soll bei einer Kurvendurchfahrung die Karosserieneigung erheblich eindämmen,
doch bei zunehmendem Tempo verliert das SUV deutlich an Souveränität.
Nicht nur, dass die Reifen laut aufquietschen, das Fahrzeug drückt spürbar
nach außen und wird schwammig. Wenn auch das ESP den Freelander wieder auf
Kurs bringt, so legt man doch gerne freiwillig einen zivileren Ton (Fahrstil) an
den Tag. Letztlich sollte man aber nicht vergessen, wir sitzen hier in einem
Offroader und nicht in einem Sportler. Nichts desto trotz, legen in diesem Punkt
einige seiner Mitbewerber einfach eine bessere Performance hin.
Die Lenkung arbeitet im alltäglichen
angenehm leichtgängig, war uns letztlich aber dann doch eine Spur zu
direkt, häufige Lenkkorrekturen waren zudem nötig.
Auch das Bremssystem hinterließ
einen durchschnittlichen Eindruck, der Bremsweg von rund 42 Metern aus Tempo 100
ist durchaus noch verbesserungswürdig. Die serienmäßige
Verbauung der Systeme ABS, elektronische Bremskraftverteilung EBD,
Bremsassistent und Kurvenbremskontrolle CBC entspricht dem erwarteten Standard. |
|


 |
|

Motor/Getriebe Der
bekannte 2,2-Liter-Selbstzünder TD4 mit 110 kW / 150 PS wurde rundum überarbeitet
und ist dank Ladedruckerhöhung und neuer Software auch in der
Leistungsstufe 140 kW erhältlich. Der 190 PS starke SD4 verfügt wie
auch der TD4 über ein um 20 Newtonmeter gestiegenes Drehmoment.
Die jetzt 420 Nm entfalten sich
jedoch erst nach einer Anfahrschwäche, passiert die Nadel jedoch die 2.000
Touren zieht das SUV spritzig los und schafft den Spurt von 0 auf 100 km/h in
guten 9,5 Sekunden. Ob in der Stadt, auf dem Land oder der Autobahn, der
Topdiesel sorgt stets für souveränen Vortrieb, einzig die Höchstgeschwindigkeit
ist durch den elektronischen Eingriff bei Tempo 190 abgeregelt.
Trotz Maßnahmen zur
Senkung des Motorgeräusches ist das Aggregat aber auch weiterhin präsent
und dieselt gerade im kalten Zustand hemmungslos vor sich hin.
Wesentlich positiver fällt
da der Verbrauch ins Auge. Die vom Hersteller angegebenen 7,0 Liter Diesel pro
100 Kilometer stellen dabei einen durchaus realistischen Wert dar. Dabei muss
der SD4, der ausschließlich an eine Sechsgang-Automatik gekoppelt ist, im
Gegensatz zu den Schaltversionen ohne das überarbeitete Stopp-Start-System
auskommen.
Die Automatik von Aisin wurde
zwar neu und gerade in Anbetracht auf Effizienz abgestimmt, wirkt aber teilweise
etwas unharmonisch. Da gerade bei flotterer Gangart die Schaltvorgänge
recht unmotiviert vonstatten gehen. Hier ist man nicht nur von anderen
Hersteller, sondern sogar aus dem eigenen Hause besseres gewöhnt. |
|

 |
|

Sicherheit Fahrerassistenzsysteme,
wie beispielsweise ein Müdigkeitswarner oder ein Auffahrwarnsystem halten
im Modelljahr 2012 zwar noch kein Einzug, dennoch konnte der Freelander 2 beim
Euro NCAP Crashtest rundum überzeugen. Dank extrem steifer
Monocoque-Karosserie inklusive Sicherheitszelle und exakt definierten
Knautschzonen, sowie sieben Airbags bis hin zum Knieairbag für den Fahrer,
Dreipunkt-Sicherheitsgurten inkl. Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern sowie
diverser Elektronik erreichte das SUV fünf Sterne.
|
|

 |
|

Ausstattung/Kosten Der
von uns gefahrene Topdiesel verzichtet auf die Basisvariante "E" und
steigt mit 36.800,- Euro in der nächsthöheren Version "S"
ein.
So ist die 40 PS schwächere
Motorisierung nicht nur für 29.900,- Euro in der Basisversion verfügbar,
sondern auch bei gleicher Ausstattung inklusive einem Alpine-Audiosystem mit
CD-Player und Audiofernbedienung am Lenkrad, elektrisch einklappbaren Außenspiegeln,
einer Geschwindigkeitsregelung, Regensensor, einer 2-Zonen-Klimaautomatik mit
3.500,- Euro Preisunterschied deutlich günstiger.
Mit feinstem Leder und edlen
Dekors bestückt sowie einer Park Distance Control vorn und hinten verlangt
Land Rover dem Kunden für die SE-Version 40.900,- Euro ab. Die
Topausstattung HSE schlägt dann sogar mit 45.000,- Euro zu, bietet zusätzlich
aber ein DVD-Navigationssystem mit Touchscreen, elektrisch verstellbare Sitze,
ein Memory-Paket sowie 18"-Leichtmetallfelgen mit 10 Speichen.
Diese beiden Ausstattungslinien
können für 1.400,- Euro bzw. 2.280,- Euro mittels Premium-Paket mit "Windsor"-Ledersitzen
die acht- bzw. sechsfach elektrisch justierbar sind sowie speziellen Fußmatten
veredelt werden.
| (Stand: Januar
2012) |
AL |
 |

|
|

 |
Technische Daten - SD4
| Hubraum |
2.178 cm³ |
| Zylinderzahl |
4 |
| Ventile |
16 |
| kW/PS - U/min |
140/190/3.500 |
| Nm bei U/min |
420/2.000 |
| Abgasnorm |
Euro 5 |
| CO2-Ausstoß |
185 g/km |
| Kraftstoffart |
Diesel |
| Tankvolumen |
68 Liter |
| Verbrauch innerorts |
8,7 Liter |
| Verbrauch außerorts |
5,7 Liter |
| Verbrauch Mix |
7,0 Liter |
| Reichweite |
970 km |
| Höchstgeschwindigkeit |
190 km/h |
| Sprint 0 - 100 km/h |
9,5 Sekunden |
| Länge |
4.500 mm |
| Breite |
1.910 mm |
| Höhe |
1.740 mm |
| Radstand |
2.660 mm |
| Wendekreis |
11,30 m |
| Kofferraumvolumen |
405 - 1.670 Liter |
| Leergewicht inkl. 75 kg Fahrer |
1.805 kg |
| Zul. Gesamt-Gewicht |
2.505 kg |
| Zuladung |
700 kg |
| Dachlast |
75 kg |
| Anhänger ungebremst |
750 kg |
| Anhänger gebremst |
2.000 kg |
| Böschungswinkel vorne /
hinten |
31° / 34 ° |
| Rampenwinkel |
23 ° | |
|

 | |