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Nur eine pikante Schwäche. Hätten wir hier im Thüringer Wald nicht doch
ein-zwei wirklich ganz schlechte Straßen, hätten wir die Tatsache,
dass der Picanto auf solchen bei einer Vollbremsung zum Versetzen und ggf. sogar
zum Ausbrechen neigt, gar nicht festgestellt, denn sobald der Asphalt halbwegs
okay ist, bremst der Kleine spurtreu sicher und schnell. Und dass er nicht
gerade schnell ist, sollte bei nur 51 kW nicht verwundern, diese Motorisierung
ist prädestiniert für die Stadt. Dafür bietet der neue Picanto
guten Komfort, viel Platz, noch viel mehr Ausstattung und auch einen hohen
Sicherheitsstandard. Dazu eine gefühlvolle Lenkung, eine sehr angenehme
Schaltung und noch so einiges mehr. Vom sehr günstigen Einstiegspreis von
9.390,- Euro ist der von uns gefahrene Spirit aber auch 3.000,- Euro weit weg,
als Fünftürer wohlgemerkt.
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Karosserie Eins
muss man KIA lassen, wenn sie ein Modell in die nächste Generation
schicken, dann aber richtig. Der neue Kleine ist sichtbar erwachsener geworden,
steht selbstbewusst und vor allem dynamisch vor uns, die mächtige Frontschürze
beherbergt nicht nur eine zweite, große Kühleröffnung und
gestalterisch einfallsreich eingepasste Nebelscheinwerfer, sie reicht auch weit
nach unten und startet hier mit akzentuierten Linien und einer kleinen schwarzen
Lippe.
Chromumrandet fügt sich
dann der obere Kühlergrill schick ins Bild, seine Grundform übernehmen
die weit bis fast an die A-Säule reichenden Scheinwerfer. Schwungvoll setzt
sich die Motorhaube in der Fronscheibe und dem Dach weiter fort um in einem
Dachkantenspoiler zu enden.
Darunter steigt die Gürtellinie
dynamisch nach hinten an, während ganz unten an unserem Testwagen ein
angesetzter Seitenschweller die sportliche Optik unterstützt. Und obwohl
das Fahrzeug nur in der Länge etwas gewachsen ist, wirkt es jetzt deutlich
breiter, steht satt auf der Straße.
Markant geht es am Heck mit den
auffällig-geschwungenen Rückleuchten weiter, auch die senkrechten Rückstrahler/Rückfahrscheinwerfer
in der Heckschürze sorgen für einen großen Wiedererkennungswert.
Eigentlich schade, dass sich der Auspuff so unter dem angedeuteten Diffusor
versteckt. Vielleicht wollte KIA die Sportlichkeit dann doch nicht auf die
Spitze treiben, wissen die Macher doch sicher um die Antriebsschwäche der
51 kW-Flitzers.
Zusammen mit den frischen
Farben für die Außenlackierung ist der neue KIA Picanto, der
mittlerweile auch als Dreitürer angeboten wird, eine gefällige
Bereicherung unsers Straßenbilds, und bei näherem Hinsehen erkennt
man dann auch die exakten, engen Spaltmaße des Koreaners. |
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Innenraum/Kofferraum Wenden
wir uns also mal den inneren Werten des Picanto zu und beginnen wir mit dem
Kofferraum, den wir durch eine halbwegs weit öffnende Heckklappe erreichen,
bei einer Körpergröße von 1,80 m ist hier aber mit Anstoßgefahr
zu rechnen. Die Ladekante ist recht hoch, aber gut geschützt, dahinter geht
es noch rund 12 cm nach unten.
Schon der erste Blick verrät
uns, dass es hier für richtige Einkaufskisten schnell zu eng wird, und
durch die Gepäckraumabdeckung wird es auch schon beim Rein und Raus
ziemlich eng. Da ist es gut zu wissen, dass die Rücksitze einfach umzulegen
sind. Schnell ist die Sitzfläche hoch und dann die Lehne (selbstverständlich
ebenfalls geteilt) vorgeklappt und schon steht eine ebene Ladefläche und
statt 200 bis zu 870 Liter Ladevolumen zur Verfügung. Unter dem stabilen
Boden ist ein Zusatzfach mit Unterteilungen und statt eines Reserverades steckt
eine Styropor-Ausformung mit dem Reparaturset und Werkzeug darunter.
Mehr Fahrzeuglänge geht
zumeist auch mit mehr Platz für die Passagiere einher, im Picanto stoßen
aber 1,80 m große Mitfahrer in der zweiten Reihe hinter einem 1,80 m großen
Fahrer bereits mit den Knien in die zum Glück weichen Lehnen der
Vordersitze, der Kopfraum ist aber auch dann noch üppig, auch wenn die
Kopfstützen schon zu kurz sind. Der Einstieg in die zweite Reihe gelingt
prima, nur beim Raus wird es im Fußraum etwas eng.
Völlig problemlos geht es
vorne rein wie raus und auch die Platzverhältnisse sind sehr gut, vor allem
im Kopfraum ist auch bei großen Menschen noch viel Luft. Ausreichend groß
gestalten sich auch die Sitze, für das Haupteinsatzgebiet Stadt reicht auch
der gebotene Seitenhalt. Die manuelle Sitzverstellung bis hin zur Höhenverstellung
für den Fahrersitz geht in Ordnung, auch wenn die Lehne mittels Hebel statt
Drehrad bedient wird, das ansonsten schicke Lederlenkrad lässt sich leider
auch nur in der Höhe verstellen.
Man vergisst halt immer wieder
mal, dass man "nur" in einem Kleinstwagen sitzt, denn neben echten,
verchromten Türgriffen verwöhnt uns der Picanto auch mit elektrischen
Fensterhebern vorne und hinten und selbst in der zweiten Reihe verschwinden die
Seitenfenster komplett. Die Radiofernbedienung hebt den Komfort ebenso wie die
Sitzheizung vorne und schlussendlich kann der Kleine mit seiner Cockpit-Optik
ebenso gefallen wie mit der gebotenen Verarbeitung und den gewählten
Materialien, die keinesfalls Kleinwagen-Charakter haben.
Die Rundinstrumente sind ebenso
schön anzusehen wie gut abzulesen und die Alu-Applikation im Lenkrad
(leider nur in der Top-Version) wie im unteren Teil des Armaturenbrettes sorgt für
eine freundliche Atmosphäre. Alle Bedienelemente sind gut erreichbar und
einfach zu handhaben, sogar beleuchtete Schminkspiegel sind an Bord und der
Cupholder dreht sich auf Knopfdruck heraus. |
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Komfort/Fahrwerk/Bremsen Ganz
schön viel Komfort also, der uns da im Innenraum geboten wird, selbst ein
Tippblinker fehlt da nicht. Da darf dann natürlich das Fahrwerk nicht
hinten an stehen, zumal der Picanto ja vor allem im Stadt- und Nahverkehr bewegt
wird. Und so zeigt es sich dann auch schon bei der ersten Ausfahrt, der
Gesamtkomfort stimmt, die meisten Unebenheiten werden sauber weggefiltert, nur
richtig grobe Schlaglöcher knallen durch und auf Kopfsteinpflaster wird er
ganz schön laut - zumindest hat mal nichts geklappert.
Gleichzeitig erlaubt der kleine
KIA aber auch ein ganz agiles Handling, lässt sich mit deutlichem
Untersteuern auch schön flott um die Kurven treiben, zumindest das ESP -
heißt hier ESC - hält sich angenehm zurück und lässt dem
Fahrer viel Freiheit, da wäre vom Fahrwerk her also mehr drin.
Zumal nicht nur die Federung
ausreichend Straffheit bieten kann, sondern auch die Lenkung, die zudem direkt
und gefühlvoll agiert. Zusammen mit dem guten Wendekreis von nur 9,80
Metern und der bei Langsamfahrt kinderlicht zu bedienenden Lenkung ist der
Picanto ausgesprochen wendig, die elektrische Servounterstützung sorgt auch
hier für jede Menge Komfort.
In der von uns gefahrenen
Version Spirit ist der Picanto nicht nur mit ABS mit elektronischer
Bremskraftverteilung und einem Notbremsassistenten sondern auch mit
Scheibenbremsen vorn und hinten bestückt. Solange sich die Straße in
einem guten Zustand befindet, hat der Picanto auch bei einer Vollbremsung keine
Probleme, steht aus Tempo 100 sicher und spurtreu allerdings erst nach rund 40
Metern.
Weist der Straßenbelag
jedoch Unebenheiten oder gar Rillen, Wellen und wechselnden Belag auf, kann es
bei einer Vollbremsung sogar dazu kommen, dass der Picanto ausbricht oder
deutlich versetzt. Schade und gefährlich, ein ungeübter Fahrer könnte
hier durchaus in Probleme geraten, ansonsten ist an der Dosierbarkeit und dem
guten Ansprechverhalten nichts auszusetzen. |
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Motor/Getriebe Von
den drei angebotenen Motoren war unser Testwagen mit dem kleinsten 1 Liter
Dreizylinder mit 51 kW/69 PS ausgestattet, da darf man seine Erwartungen natürlich
nicht zu hoch ansetzen, auch wenn einem die äußere Hülle etwas
anderes vorgaukelt. Denn auch das maximale Drehmoment von nur 95 Nm bei 3.500
U/min lässt nicht gerade auf Beschleunigungsorgien schließen.
Also Schlüssel rumgedreht
und sofort erwacht der Zwerg unter der Haube mit einem niedlich-kernigen
Motorensound, an dem sich auch bei normaler Fahrt nichts ändert. Und um mit
dem Verkehr mitzuschwimmen reicht das dann auch. Sobald man den Motor fordert,
wird er aber schnell laut. Unser EcoDynamics war nicht nur mit einer prima
funktionierenden Start-Stopp-Automatik ausgestattet, sondern auch mit einer
Schaltpunktanzeige.
Die zeigt sehr früh das
Hoch- und sehr, sehr spät das Runterschalten an. Dabei ist die Elektronik
viel zu optimistisch, denn folgt man - vor allem am Berg - der Schaltempfehlung,
verhungert der Kleine schlichtweg. Dabei konsumierte er während unseres
Tests stets mehr als von KIA angegeben, im gemischten Verkehr (allerdings mit
viel Bergauf und Bergab) kamen wir nicht unter 5,5 Liter auf 100 km, nur bei
Autobahnfahrten mit konstant Tempo 100 fiel der Verbrauch auf unter 4,8 Liter.
Und will man im gemischten
Alltag flott unterwegs sein und vor allem z.B. am Ortsausgang möglichst
schnell auf 100 kommen, dann gehen leicht 7,1 Liter auf 100 km drauf und ständig
überfordert wirkt der kleine Motor dann auch. Er ist halt optimal für
die Stadt gemacht und zeigt hier auch keine Schwäche.
Lässt man die Tachonadel
um die 130 km/h pendeln, fließen bereits 7,4 Liter pro 100 km aus dem
Tank, bewegt man sich um die Topspeed von 153 km/h (die Tachonadel geht dann
schon gut über 160), muss man fast 10 Liter einkalkulieren.
Erst bei diesem Tempo wird es
laut im KIA, bei Tempo 130 sind sogar die Windgeräusche kaum zu vernehmen
und in jedem Fall liegt der Wagen sehr ruhig auf der Straße und läuft
prima geradeaus. Dass der Kleine bis zum Erreichen der Topspeed etwas braucht
ist klar, und auch der Durchzug ist nicht unbedingt seine Stärke, aus dem
Stand heraus geht er in 14,4 Sekunden auf Tempo 100 - alles in allem ein
gelungenes Stadtauto das sich in freier Wildbahn eher schwer tut und bei dem Überholmanöver
vorausschauend geplant sein wollen.
Ein Aspekt des höheren
Verbrauchs ist auch in der größeren Bereifung des Topmodells mit 15
Zoll-Alufelgen und 175er Reifen zu suchen. Und wenn man auf den Verbrauch
schaut, ist auch immer ein Blick auf die Reichweite interessant. Schade, dass
die beim KIA Picanto nur runter rechnen kann und eine spürbar langsamere
Fahrweise nicht in wachsender Reichweite ausdrückt.
Und wie wir es schon im Rahmen
der ersten Ausfahrt bei der Pressevorstellung festgestellt haben, kann das
serienmäßig verbaute Fünfgang-Schaltgetriebe nur gefallen. Der
Schaltknüppel flutscht nur so angenehm straff durch die Kulisse, dass es
eine Freude ist, selbst der zumeist übliche Holperer über die
Leerlaufstellung ist fast nicht zu spüren. Prima gemacht, so macht der
Griff zum Schalthebel Spaß und lässt vergessen, dass man das nicht
nur an jeder Steigung häufig tun muss. |
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Sicherheit Selbst
wenn die Basisversion auf das elektronische Stabilitätsprogramm verzichtet,
die nächst höhere Version sie nur gegen Aufpreis bietet und erst die
Topversion Spirit serienmäßig über ESC verfügt, dann aber
mit einer Traktionskontrolle, einer Berganfahrhilfe und Scheibenbremsen rundum
kombiniert ist, kann man in Sachen Sicherheit nicht maulen.
Denn nicht nur ABS mit
elektronischer Bremskraftverteilung, Bremsassistent und adaptivem Bremslicht
sind serienmäßig an Bord, neben den fast schon obligatorischen sechs
Airbags wurden im Picanto Spirit auch ein Fahrer-Knieairbag und aktive Kopfstützen
montiert. Und selbstverständlich haben alle Sitzplätze Dreipunktgurte,
vorne höhenverstellbar und mit Gurtstraffern. |
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Ausstattung/Kosten Und
auch die serienmäßige Ausstattung des KIA Picanto Spirit kann sich
sehen lassen, beinhaltet u.a. eine Klimaanlage, elektrische Fensterheber rundum,
Servolenkung, Tagfahrlicht, LED-Blinker in den Außenspiegeln, elektrisch
verstell-, beheiz- und anklappbare Außenspiegel, ein CD-Radio mit MP3,
USB, Dachantenne und 6 Lautsprechern, ein Multifunktionslenkrad mit Lederbezug,
Heckscheibenwischer (leider ohne Intervall), Alufelgen und eine
Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung.
Dafür verlangt KIA für
den Picanto 1.0 mit 51 kW 12.390,- Euro. Das Komfortpaket kostet dann noch mal
760,- Euro und bringt neben der Klimaautomatik auch die Start-Stopp-Automatik,
Nebelscheinwerfer, eine Sitzheizung vorne und einen Lichtsensor mit. Außer
der Metallic-Lackierung für 390,- Euro ist dann aber auch nichts mehr in
der Aufpreisliste zu finden.
Denn die
7-Jahre-Herstellergarantie bis 150.000 km ist ebenso serienmäßig, wie
die fünfjährige Lackgarantie, die 12 Jahre gegen Durchrostung und die
3-jährige Mobilitätsgarantie ohne Kilometerbegrenzung. Da wirken die
15.000 km bis zum nächsten Wartungsintervall (oder 12 Monate) fast schon
mickrig.
| (Stand: Dezember
2011) |
LL |
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Technische Daten
| Hubraum |
998 cm³ |
| Zylinderzahl |
3 |
| Ventile |
13 |
| kW/PS - U/min |
51/69/6.200 |
| Nm bei U/min |
95/3.500 |
| Abgasnorm |
Euro 5 |
| CO2-Ausstoß |
99 g/km |
| Kraftstoffart |
Super |
| Tankvolumen |
35 Liter |
| Verbrauch innerorts |
5,1 Liter |
| Verbrauch außerorts |
3,8 Liter |
| Verbrauch Mix |
4,3 Liter |
| Reichweite |
810 km |
| Höchstgeschwindigkeit |
153 km/h |
| Sprint 0 - 100 km/h |
14,4 Sekunden |
| Länge |
3.595 mm |
| Breite |
1.595 mm |
| Höhe |
1.480 mm |
| Radstand |
2.385 mm |
| Wendekreis |
9,80 m |
| Kofferraumvolumen |
200 - 870 Liter |
| Leergewicht inkl. 75 kg Fahrer |
920 - 1.020 kg |
| Zul. Gesamt-Gewicht |
1.340 kg |
| Zuladung |
320 - 420 kg |
| Dachlast |
- |
| Anhänger ungebremst |
400 kg |
| Anhänger gebremst |
700 kg | |
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