|
Erster Hybrid-Kleinwagen. Seine Optik wie auch der Innenraum haben sich nur
dezent verändert, die vorbildliche Variabilität der Rücksitze
bleibt also auch beim aktuellen Modell mit Hybridtechnik erhalten, wegen den
Batterien schrumpft die Ladekapazität aber ein wenig. Am neuen Tacho lässt
sich schon an der grünen oder blauen Einfärbung erkennen, ob man
sparsam fährt oder nicht. Der Motor arbeitet sehr leise, solange er nicht
wirklich gefordert wird, dann wird er laut und wirkt schnell gequält, die
stufenlose Automatik stört in der Stadt gar nicht, auf dem Land nur wenig
und z.B. beim schnellen Beschleunigen sehr. 4,4 Liter sind außerorts möglich,
in der Stadt 4,6 bei entsprechend zurückhaltender Fahrweise, Vollgas
kostet. Und was kostet der ganze Jazz Hybrid? Rund 20.000,- Euro, je nach
Ausstattung auch mehr.
|
 |

 Bilder anklicken zum Vergrößern! |
|

Karosserie Das
Facelift ist sehr dezent ausgefallen, mehr war aber eigentlich auch nicht
notwendig, der Jazz steht noch immer modern und frisch auf der Matte. So
entfallen die augenfälligsten Änderungen auf die Front und das Heck.
Die Frontschürze wurde
noch markanter, wie die Radläufe, und der Kühlergrill erhielt speziell
für den Hybrid einen gläsernen Einsatz. Analog wurde auch am Heck die
Schürze leicht überarbeitet und vor allem die Klarglas-Rückleuchten,
die jetzt fast ganz in weiß erstrahlen peppen den Japaner nochmals auf.
In edlem Chrom erstrahlt die
Blende über dem Nummernschild, die dessen Beleuchtung wie auch den Öffner
für die Heckklappe aufnimmt. Geblieben ist die gute Verarbeitung mit engen
und exakten Spaltmaßen. |
|

 |
|

Innenraum/Kofferraum Leider
sind es nur Halbschalengriffe, mit denen man die Türen des Jazz öffnet
um nach innen zu kommen, trotzdem funktioniert das ganz sanft und kaum ist die Tür
auf (zumindest vorne) leuchtet einem der Jazz-Schriftzug in den Schutzleisten
entgegen. Und mit Beleuchten sind wir auch schon bei den Instrumenten, die nicht
nur neu gestaltet sind, sondern vor allem durch die wechselnden Illuminationen
(grün wenn man energiesparend fährt, blau wenn man flott unterwegs ist
- das alles mit sanftem Übergang) auch richtig was fürs Auge sind.
Hier kann man auch ablesen, ob
gerade Strom verbraucht oder die Akkus geladen werden. Ohnehin gibt es viel zu
sehen im weitgehend unveränderten Cockpit des Jazz Hybrid, und das bedeutet
noch immer eine etwas zusammengewürfelte Ansammlung von Schaltern,
Anzeigen, Gebläseöffnungen etc., teilweise mit mattem Silbergrau
umrahmt, teilweise mit glänzendem Chrom, teils auch gar nicht. Hier hätten
wir uns mehr Einheitlichkeit gewünscht, und vielleicht nicht ganz so viel
hartes Plastik. Vor allem dem brettharten Knubbel am rechten Fahrerknie will man
lieber nicht so ganz nahe kommen.
Das Platzangebot im Jazz ist
vor allem vorne prima. Dazu passen die großen und gut ausgeformten Sitze,
die straff gepolstert sind und ausreichend Seitenhalt bieten, zumindest in der
Stadt, wer flott über kurvenreiche Landstraßen räubert, wünscht
sich etwas mehr Halt und vor allem auf längeren Strecken eine Lordosenstütze.
Die manuellen Verstellmöglichkeiten sind okay, wie das in Höhe und
Weite verstellbare Lenkrad, das sich zudem in einem schicken Mix aus glattem und
gelochtem Leder angenehm griffig präsentiert.
Und auch in Reihe zwei bieten
die beiden Außensitze großgewachsenen Passagieren selbst hinter
einem großen Fahrer noch ausreichend Platz, auch im Kopfraum, nur die
Kopfstützen können dann nicht ganz mithalten. Dafür halten die
Sitze, was die Werber bei Honda versprechen: eine Variabilität, die
ihresgleichen sucht. Denn die Rücksitze lassen sich nicht nur mit einem Zug
in den Fußraum zusammenklappen und schaffen so eine ebene Ladefläche,
vergrößern den Kofferraum von 303 auf bis zu 1.323 Liter. Gegenüber
dem normalen Jazz zwar etwas reduziert, weil irgendwo müssen die Batterien
ja hin, aber immer noch sehr ordentlich und vor allem noch längst nicht
alles.
Denn die Sitzflächen
lassen sich auch nach hinten hochklappen, und so entsteht über die gesamte
Fahrzeugbreite und -höhe ein üppiger Stauraum. Hier transportiert man
nicht nur ein ganzes Fahrrad stehend, auch größere Hunde reisen hier
erster Klasse, oder Topfpflanzen oder
Und auch damit ist die Transportwut
des Jazz noch nicht beendet, denn klappt man die Lehne des Beifahrersitzes auch
noch nach vorne, lassen sich bis zu 2,40 m lange Gegenstände eingeladen -
und nicht vergessen, wir sprechen über einen Kleinwagen.
Daran, dass man den Kofferraum über
eine weit öffnende Heckklappe mit gut geschützter, niedriger Ladekante
erreicht hat sich ebenso wenig geändert wie an der Tatsache, dass man sich
bei seitlicher Annäherung an der spitzen Heckklappe unangenehm stoßen
kann. Zu den zahlreichen Ablagen im Innenraum zählt u.a. auch ein zweites,
kleines Handschuhfach, das sogar klimatisiert ist.
Selbstverständlich verfügt
der Jazz Hybrid auch über eine Klimaanlage, wer trotzdem mal ein Fenster öffnen
will muss bei nur einem offenen Seitenfenster hinten schnell mit starkem Wummern
rechnen. Die Fenster fahren elektrisch rauf und runter, leider lassen sich die
Seitenfenster hinten nicht vollständig versenken. Elektrisch lässt
sich auch die Jalousie des großen Glasdaches bedienen, um so die
Sonneneinstrahlung zu verringern.
Das sind schon eine ganze Menge
Komfort-Features, die eigentlich bereits ins nächste Kapitel gehören,
wie das Vorhandensein eines, wenn auch aufgesetzten, Navigationssystems von
Garmin, das einfach zu bedienen war, bei einigen kleinen Straßen aber
gewisse "Findungsprobleme" hatte. |
|



 |
|

Komfort/Fahrwerk/Bremsen Muss
ein Hybrid-Fahrzeug sportlich sein? Nicht unbedingt, aber darf ein Honda
unsportlich daher kommen? Auf keinen Fall, und so haben die Entwickler einen
feinen Kompromiss gefunden, der den Jazz Hybrid einerseits komfortabel z.B.
durch die Stadt rollen lässt, und ihm andererseits auch die Möglichkeit
offen hält, richtig flott um die Ecken zu wuseln. Da schlägt dem
Fahrer eher das Umweltgewissen, als das ESP Alarm, wenn es leicht untersteuernd
durch enge Kurven geht. Die Elektronik greift erst spät ein und bremst das
Fahrzeug nicht komplett aus, lediglich die Reifen fangen recht früh an zu
Quietschen, was vor allem an den rollwiderstandsreduzierten Gummis liegt.
Die meisten Straßenunebenheiten
werden gut weggefiltert und selbst kurze Querrillen oder Kopfsteinpflaster
dringen nur gedämpft nach innen. Und das gilt auch für die Motorengeräusche,
die man im Stand praktisch gar nicht wahrnimmt und im normalen Fahrbetrieb nur
sehr leise zu hören bekommt. Im Stand schaltet ohnehin zumeist die
Start-Stopp-Automatik den Motor aus. Das mit der Ruhe ändert sich
allerdings schnell, wenn man den Kleinen voll fordert, dann wird er schneller
laut als er fährt, später dann brummig und sobald er über Tempo
100 fährt werden auch die Windgeräusche deutlich lauter.
Die Lenkung arbeitet angenehm
direkt, leichtgängig und gefühlvoll, der Jazz ist damit zu jeder Zeit
problemlos zu handeln, sorgt für guten Kontakt zur Straße und vom
Antrieb ist in der Lenkung praktisch nichts zu spüren. Die Spritsparreifen
schränken die Fahrdynamik leicht ein, was aber allenfalls im direkten
Vergleich spürbar ist.
Völlig okay ist auch die
Arbeitsweise der Bremsanlage, die mit Hilfe von ABS mit elektronischer
Bremskraftverteilung und Bremsassistent den Jazz jederzeit gut im Griff hat.
Die Scheibenbremsen vorn (innenbelüftet) und hinten sind gut zu dosieren
und sprechen auch schnell an. Selbst auf Strecken mit welligem und wechselndem
Untergrund bleibt der Jazz Hybrid sauber in der Spur, eine Vollbremsung aus
Tempo 100 bringt ihn auf intaktem Asphalt nach rund 39 Metern zum Stehen.
|
|


 |
|

Motor/Getriebe Anders
als bei einem Vollhybrid bekommt man beim Honda Jazz Hybrid von der ganzen
Elektromobilität eigentlich gar nicht viel mit. Klar, man kann im Display
sehen, ob gerade geladen oder Strom verbraucht wird, und man hört, ob sich
z.B. bei ganz langsamer Fahrt der Ottomotor ausgeschaltet hat, aber es gibt
keinen Schalter, mit dem sich auf reinen Elektrobetrieb umschalten lässt.
Stets entschiedet das Fahrzeug, ob und welcher Motor aktiv ist und z.B. der
E-Motor den Ottomotor beim schnellen Beschleunigen unterstützt oder ob beim
Bremsen Energie zurückgewonnen wird.
Die zwei Motoren sind zum einen
ein 1,3 Liter Vierzylinder Benziner mit 8 Ventilen, der 88 PS / 65 kW bei 5.800
U/min entwickelt und ein maximales Drehmoment von 121 Nm bei 4.500 U/min bereit
hält. Er wird unterstützt durch einen 14 PS / 10 kW starken E-Motor,
diese Leistung liegt bei 1.500 Umdrehungen an und die 78 Nm Drehmoment stehen
schon bei niedrigen 1.000 Touren zur Verfügung.
Und das spürt man, denn
damit kommt man bei Bedarf gut weg, ist nach 12,1 Sekunden aus dem Stand auf
Tempo 100 und wird bis zu 175 km/h schnell, oben rum aber etwas zäh. Und
das wäre wahrscheinlich mit einem normalen Handschalter noch besser, aber
der Hybrid ist mit einer stufenlosen Automatik gekoppelt.
Und die ist zum Glück
nicht ganz so schlimm wie die meisten ihres Fachs. Zumindest im normalen
Fahrbetrieb fällt das erst Hochdrehen des Motors und das nur zögerlich
einsetzende Beschleunigen kaum auf, es geht fast Hand in Hand. Vor allem bleibt
der Motor angenehm laufruhig und leise.
Das ändert sich schnell,
wenn man flott vorankommen will, dann wird das Aggregat schnell laut und wirkt
bisweilen auch etwas überfordert. Oder redet einem das nur das schnell
erwachende Umweltgewissen ein? Denn sobald man von spritsparend auf flotten
Vortrieb wechselt, verändert sich die Beleuchtung im Tacho auch von grün
auf blau. Störend macht sich das Hochdrehen des Motors ohne dazu passende
Tempoerhöhung vor allem beim Autobahnauffahren bemerkbar, wo die vollen
6.000 Touren aufheulen und so bleiben, bis die gewünschte Geschwindigkeit
erreicht ist.
Mit den Wippen am Lenkrad kann
man jederzeit selbst eingreifen und in der Stellung "S" ist völliges
Selbstschalten drin, was auch ganz sanft und doch flott passiert und über
sieben vordefinierte Stufen geht. Wählt man hier "sportlich",
dreht der Motor noch etwas schneller hoch - wirkt aber trotzdem irgendwie
angestrengt. Also dann doch lieber den Umweltgedanken pflegen, wozu kauft man
sich sonst einen Hybrid, und wenn man dann mal im Sparfieber ist und natürlich
auch manuell den ECO-Modus gewählt hat, dann macht es schnell Spaß,
die Instrumentenbeleuchtung so oft und so lange wie möglich im "grünen"
Bereich zu halten.
Und was bringt das ganze jetzt
beim Verbrauch. Einiges, vor allem in der Stadt spürt man schnell die
Wirkung des E-Motors und der Start-Stopp-Automatik, denn mit 4,6 Litern liegt
der Verbrauch hier nur unwesentlich über den 4,4 Litern außerorts.
Bei sehr verhaltenem Gasfuß wohlgemerkt, und was so ein Testfahrer unter
langsam versteht hat uns einen Mix-Verbrauch von um die 5 Litern eingebracht,
recht flott waren es gleich 6,8 Liter im Mix, Autobahn mit 100 bis 120
verlangten nach 5,3 Litern und prügelt man den Hybrid über die
Landstraßen und Autobahnen unseres Landes, dann sind auch acht Liter keine
Seltenheit und dann reicht der nur 40 Liter kleine Tank auch nicht mehr sehr
weit.
Zivil bewegt kann man auch mit
dem CO2-Ausstoß von nur 104 g/km sehr zufrieden sein. Und hat man sich
erst mal auf den sparsamen Umgang mit dem teuren Treibstoff eingeschossen, wird
es schnell zum Sport, die ökologische Fahrweise auf die Spitze zu treiben. |
|

 |
|

Sicherheit Dass
Hybrid beim Jazz keine Einbußen beim Fahrspaß und auch nicht bei der
Ausstattung und Variabilität bringt haben wir schon gesehen, und wie sieht
es bei der Sicherheit aus?
Auch hier muss der Kunde keine
Einbußen hinnehmen, neben den Dreipunktsicherheitsgurten (vorne höhenverstellbar
und mit Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern) sind natürlich auch höhenverstellbare
Kopfstützen und von den Frontairbags für Fahrer und Beifahrer, den
Seitenairbags vorne bis hin zu den Kopfairbags vorne und hinten sind alle
derzeit gängigen lebensrettenden Luftsäcke an Bord. |
|

 |
|

Ausstattung/Kosten Das
ganze hat aber auch seinen Preis, der Grundpreis für den Jazz Hybrid
Comfort startet bei 18.900,- Euro, der Elegance ist ab 20.800,- Euro zu haben
und unser Testwagen mit den Zusatzausstattungen Einparkhilfe hinten (380,- ),
Metallic-Lackierung (430,- ), Mobiles Navi (600,- ) und beleuchtete
Einstiegsleisten (298,- ) kommt auf stolze 22.508,- Euro, allerdings ist
er dann auch richtig gut ausgestattet.
Serienmäßig sind
dann z.B. elektrische Fensterheber rundum, elektrisch verstellbare Außenspiegel,
Radio-CD, Colorglas, Lautsprecher vorn und hinten mit Hochtöner vorne,
Klimatisierungsautomatik, Alufelgen, Licht- und Regensensor, Heckscheibenwischer
mit Intervall und Zentralverriegelung mit Fernbedienung an Bord. Nur zum
Vergleich, den Einstieg in den Honda Jazz gibt es mit dem 1.2 S für
12.900,- Euro.
Fahrabhängig, im Schnitt
alle 25.000 km, muss der Honda in die Werkstatt zum Ölservice, der ist
alternativ spätestens nach zwei Jahren fällig, außerdem muss man
einmal im Jahr zur "kleinen" Inspektion ohne Ölwechsel. Honda
gibt eine Garantie von drei Jahren bis max. 100.000 km, auf den Auspuff sind es
fünf Jahre, dazu eine Lackgarantie ohne Kilometerbegrenzung und eine
Korrosionsschutz-Garantie von 6 Jahren ohne Kilometerbegrenzung. Auch die
Hybrid-Garantie läuft fünf Jahre bis 100.000 km. Die
Versicherungseinstufungen lauten HPF 16, VK 19 und TK 18 und mit nur 28 Euro
Steuern pro Jahr spart man sich auch wieder ganz schön was.
| (Stand: Januar
2012) |
LL |
 |

|
|

 |
Technische Daten
| Hubraum |
1.339 cm³ |
| Zylinderzahl |
4 |
| Ventile |
8 |
| kW/PS - U/min |
65/88/5.600 |
| Nm bei U/min |
121/4.500 |
| e-Motor: kW/PS - U/min |
10/14/1.500 |
| Nm bei U/min |
78/1.000 |
| Abgasnorm |
Euro 5 |
| CO2-Ausstoß |
104 g/km |
| Kraftstoffart |
Super |
| Tankvolumen |
40 Liter |
| Verbrauch innerorts |
4,6 Liter |
| Verbrauch außerorts |
4,4Liter |
| Verbrauch Mix |
4,5 Liter |
| Reichweite |
880 km |
| Höchstgeschwindigkeit |
175 km/h |
| Sprint 0 - 100 km/h |
12,1 Sekunden |
| Länge |
3.900 mm |
| Breite |
1.695 mm |
| Höhe |
1.525 mm |
| Radstand |
2.495 mm |
| Wendekreis |
10,10 m |
| Kofferraumvolumen |
303 - 1.323 Liter |
| Leergewicht inkl. 75 kg Fahrer |
1.234 kg |
| Zul. Gesamt-Gewicht |
1.600 kg |
| Zuladung |
366 kg |
| Dachlast |
55 kg | |
|

 | |