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Viel Optik für wenig Geld. 11.990,- Euro Einstiegspreis und das für ein
Sports Utility Vehicle (SUV), ja Sie haben sich keineswegs verlesen, mit genau
diesem Preis positioniert Dacia seinen Duster. Doch seien Sie gewarnt, dieser
Kampfpreis geht einher mit Verzicht, sowohl was die Sicherheit, die
Ausstattungsmöglichkeiten als auch die Motoren anbelangt. Doch nichts desto
trotz kann selbst das Topmodell preislich überzeugen. Hinzu kommt ein
optimales Raumangebot, gute Geländegängigkeit und vor allen Dingen die
absolut schicke Hülle. Wie ein Billigheimer sieht dieser Dacia wahrlich
nicht mehr aus. Doch hält das SUV, was die Optik verspricht?
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Karosserie Während
der Logan noch sehr pragmatisch und ganz im Billigheimer-Look daher kam, war der
Sandero schon wesentlich gefälliger. Die stetig wachsende Marke spielt seit
geraumer Zeit nun auch sehr erfolgreich im SUV-Segment mit.
Dies hat der Duster jedoch
nicht nur dem günstigen Preis zu verdanken, auch das sehr ansprechende
Design verschafft dem Dacia diese positive Resonanz.
Basierend auf der B-Plattform
des Logan MCV und Sandero ist es den Machern gelungen, ein Fahrzeug auf die Räder
zu stellen, das keinesfalls den Eindruck eines "Sparautos" aufkommen lässt.
Kraftvoll ausgearbeitete Radläufe,
robuste Stoßfänger und ein Unterfahrschutz vorne wie hinten lassen
absolutes SUV-Feeling aufkommen. Schicke Seitenschweller, die sich ebenfalls
farblich absetzen, wie auch die Dachreling runden den soliden Auftritt optimal
ab. Allerdings sind diese nur in der Topversion serienmäßig und für
die Ausstattung Lauréate optional in Form des Look-Paket erhältlich.
Außerdem darin enthalten
sind 16-Zoll-Aluminiumräder, stark getönte Fenster und die in
Matt-Chrom gehaltenen Außenspiegel. Beim Kauf der Basisausstattung wie
auch dem nächst höheren Niveau muss man nur bedenken, das hier auch
optisch deutliche Abstriche zu machen sind. |
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Innenraum/Kofferraum Während
das äußere Blechkleid immer wieder vergessen lässt, das hier ein
wahrlich billiges Auto vor uns steht, müssen wir den Innenraum stets mit
Blick auf diesen Preis begutachten.
Materialanmutung und
Verarbeitung weisen einfach spürbare Defizite auf, die der sehr günstige
Preis zwar etwas relativiert und die Mengen an verbauten Hartplastik
rechtfertigt, doch die unangenehmen Ausdünstungen der Materialien sind
einfach nur schwer zu ertragen.
Das Cockpit ist im Kern gefällig
und zudem sehr reduziert, die wenigen Schaltereinheiten werfen keine großen
Fragen bezüglich der Bedienung auf, sind aber allesamt etwas weit unten
platziert. Gerade die Tasten für die elektrischen Fensterheber vorn waren
absolut ungünstig im unteren Teil der Mittelkonsole untergebracht. Die Außenspiegel
lassen sich außerdem mittels schlecht erreichbarem Bedienelement unter der
Handbremse verstellen.
Leider gestaltet sich auch die
Einstellmöglichkeit der Sitze wie auch des Lenkrades, das nur in der Höhe
verstellbar ist, nicht all zu gut. Wer gerne rückenfreundlich reist, wird
mit dem Duster-Gestühl sowieso nicht glücklich. Eine Lordosenstütze
ist den Sitzen ebenso fremd wie Seitenhalt und ausreichend Beinauflage.
Der Renault-typische Hupknopf
im Blinkerhebel fällt verständlicherweise auch hier negativ ins
Gewicht. Ebenso, dass beim Reinigen der Frontscheibe der Scheibenwischer nicht
automatisch mitwischt sondern manuell aktiviert werden muss.
Bricht dann noch die Nacht
herein, wird es überraschend düster im Duster. Einzelne Schalter sind überhaupt
nicht beleuchtet und andere wiederum nur sehr schwach. Auch an Leuchteinheiten
wie Leselampen etc. hat Dacia sehr gespart.
Mit gutem Raum für vier
großgewachsene Personen und einem Kofferraumvolumen von 443 Liter
(2WD-Variante = 475 Liter) kann der Duster jedoch wieder Punkte gut machen.
Das Fassungsvermögen kann
bei Bedarf auf bis zu 1.604 Liter bzw. 1.636 bei der frontangetriebenen Version
vergrößert werden. Somit ist der Duster zwar großzügig,
doch ist er auch variabel? Eher weniger. Einzig die Ausstattungsniveaus Lauréate
und Prestige sind serienmäßig mit den asymmetrisch geteilten Rücksitzlehnen
versehen. Da diese jedoch mit einer durchgängigen Sitzbank kombiniert sind,
schränkt das die optimale Nutzung erheblich ein.
Die ausreichend weit öffnende
Heckklappe ermöglicht an sich einen guten Zugang. Leider stellt jedoch der Öffnungsmechanismus
per schwergängigem Druckknopf keine all zu optimale Lösung dar. Während
die Höhe der Ladekante noch zu verschmerzen ist, so ärgert man sich
doch über dort und leider rasch auftretende unschöne Kratzer.
Wirklich vom Glauben abfallen könnte
man aber letztlich beim Blick auf die lapprige Kofferraumabdeckung. Ohne Rollo,
lässt sich diese einfach nur umlegen, was sich während unserer
Testphase als absolut umständlich und unpraktisch erwiesen hat. So dauerte
es nicht lange und die Abdeckung fand Ihren Platz außerhalb des
Kofferraums. |
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Komfort/Fahrwerk/Bremsen Das
Fahrwerk findet seinen Ursprung im Dacia Logan und ist in der Allradversion mit
einer Pseudo-McPherson-Vorderachse und einer Mehrlenker-Hinterachse versehen.
Die Federung entspricht dabei ganz dem erwarteten Anspruch und bügelt
Bodenwellen sowie Schlaglöcher komfortabel weg.
Kommt nun jedoch eine erhöhte
Geschwindigkeit hinzu, wird es zunehmend unangenehm im Duster. Das Fahrzeug
schaukelt sich unruhig auf, beginnt mit Untersteuern und schiebt dann stark nach
außen. Die hydraulische Servolenkung, die im Alltag ausreichend angenehm
arbeitet, wird hierbei zu gefühllos und indirekt, was das Handling in
diesen Situation erschwert. Wenn auch für den geübten Fahrer machbar,
so raten wir dem Laien stets gemächlicher ans Werk zu gehen.
Deutliche Motor- und Windgeräusch
sind bei der mangelhaften Dämmung keine Überraschung, die tolle Geländegängigkeit
hatten wir dagegen so nicht erwartet. Denn neben der 2WD-Variante kann der Käufer
auf die Variante mit Allrad zurückgreifen. Mittels Drehregler wird zwischen
den verschiedenen Modi gewechselt.
Ob rein frontangetrieben oder
im variablem Allradmodus bei dem sich das Fahrzeug auch meist kraftstoffsparend
mit Frontantrieb bewegt, leitet das System mit elektronisch gesteuerter
Mehrscheibenkupplung bei Verlust an Traktion den Antrieb mit bis zu 50 Prozent
an die Hinterachse.
Wer tiefer ins Gelände
eintauchen möchte, wählt den Lock-Modus und wechselt somit in den
starren Allradantrieb. Der erste Gang wurde für den Einsatz im unwegsamen
Terrain kurz ausgelegt und ist somit als Kriechgang nutzbar. Die Bodenfreiheit
von 21 Zentimetern, dem Rampenwinkel von 23 Grad wie auch der Böschungswinkel
von 30 Grad vorn und gerade der Winkel von 36 Grad hinten kann der Duster für
ein SUV mit guten Werten aufwarten, zudem zieht der Duster in dieser Variante
bis zu 1.500 Kilogramm Anhängelast.
Wie erwartet arbeiten beim
Duster an der Hinterachse nur Trommelbremsen, ABS, eine elektronische
Bremskraftverteilung und der Bremsassistent sind dennoch serienmäßig
an Bord. Die Bremsen verzögern das Fahrzeug dabei überraschend gut,
doch man muss sich zunächst an das recht weiche Bremspedal gewöhnen.
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Motor/Getriebe Der
Allradantrieb war im Falle unseres Testwagens mit dem dCi 110 kombiniert und
leistet im Gegensatz zur frontangetriebenen Version mit 107 PS, drei Perdestärken
mehr.
Mit 240 Nm maximalem Drehmoment
ab 1.750 Touren ist bereits zu erahnen, das es hier nicht unbedingt rasant
losgeht. So sind es 12,5 Sekunden die vergehen, bis aus dem Stand die Tempo
100-Marke passiert ist. Mit 168 km/h wirkt der Duster aber auch in der Topspeed
eher gehemmt.
In Verbindung mit dem Fahrwerk,
bei dem sich ohnehin eine eher ruhigere Gangart empfiehlt, reicht das aber im
Alltag auch völlig aus. Bedenkt man jedoch, das es sich hierbei um den stärksten
Motor im Portfolio handelt, ist die Leistung vielleicht doch etwas schwach.
Als wirkliches Sparwunder
entpuppt sich das Aggregat zwar nicht und lag in unserem Test im alltäglichen
Verbrauch mit über sechs Liter über dem von Dacia angegebenen
Verbrauch von 5,6 Litern auf 100 Kilometer, ist aber durchaus noch als effizient
zu bezeichnen.
Schön zu sehen, dass man
auf ein Sechsgang-Getriebe nicht verzichtet hat, zumindest was den Topdiesel
anbelangt. Das neue Getriebe entstand aus einer Gemeinschaftsentwicklung von
Renault und Dacia und weißt angenehm kurze Schaltwege auf, doch die Führung
ist teils unexakt. |
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Sicherheit Der
Großteil der SUV-Käufer fühlt sich in einem Fahrzeug dieser
Gattung einfach sicherer als in einem herkömmlichen PkW, was mitunter auch
ein Kaufargument ist.
Beim Dacia Duster wäre
diese Annahme aber eher trügerisch, denn die Basis ist einzig mit
Dreipunkt-Sicherheitsgurten auf allen Plätzen inklusive Gurtkraftbegrenzern
vorn sowie Frontairbags für Fahrer und Beifahrer ausgestattet, was
heutzutage einfach nicht mehr zeitgemäß ist. Unserer Meinung nach hat
Dacia hier an der falschen Stelle gespart um einen Rekordeinstiegspreis zu
erreichen.
Die Ausstattungsniveaus
Ambiance, Lauréate und Prestige verfügen erfreulicherweise über
Seitenairbags für die vorderen Sitzplätze. Im Duster Lauréate
und Prestige kommen dann auch die Höhenverstellung und Straffer für
die Fahrer- und Beifahrergurte hinzu.
Ein elektronisches Stabilitätssystem
ist zwar mit Einführung des Duster auch erstmals in einem Dacia erhältlich,
allerdings nur gegen einen Aufpreis von 300,- Euro und auch nicht in Verbindung
mit allen Ausstattungen/Motoren. |
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Ausstattung/Kosten Vier
Ausstattungsniveaus preist Dacia für den Duster an, doch ein Blick in die
Preisliste schließt die Einstiegsvariante "Duster", die einzig für
den 1.6 16V verfügbar ist, im Grunde genommen absolut aus. Auch wenn der
Grundpreis von 11.990,- Euro für die frontangetriebene Variante wirklich
sehr interessant klingt, so sind Annehmlichkeiten auf die man eigentlich nicht
mehr verzichten möchte, wie elektrische Fensterheber vorn, eine
Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung oder gar ein Radio, hier nicht im
Preis enthalten.
Eine Metalliclackierung ist,
wie auch ein höhenverstellbarer Fahrersitz, elektrische Fensterheber
hinten, ein höhenverstellbares Lenkrad, Deckenleuchten, eine manuelle
Klimaanlage und eine geteilt umklappbare Rückenlehne für die Basis
erst gar nicht verfügbar!
Womit Dacia den Kunden indirekt
eigentlich dazu zwingt, mindestens mit der nächst höheren Ausstattung
ab 12.790,- Euro einzusteigen (für den dCi 100 nicht verfügbar), um
letztlich auch die Möglichkeit zu haben auf die erwähnten Features zurückzugreifen.
Mit grauen Applikationen im Interieur, elektrischen Fensterhebern vorn, einem
Innenlicht und der Zentralverriegelung mit Fernbedienung kann aber auch diese
Ausstattungslinie nicht wirklich überzeugen.
Darauf aufbauend, weist die
Version Lauréate (nicht erhältlich in Verbindung mit dem dCi 90)
Nebelscheinwerfer, einen Bordcomputer, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel,
eine manuelle Klimaanlage und die asymmetrisch geteilte Rückbank auf. Dann
muss der Kunde mindestens 13.590,- Euro löhnen und im Falle des von uns
gefahrenen Diesel mit 110 PS und Allradantrieb wären es sogleich 17.690,-
Euro.
Unglaublich aber wahr, ein
Radio inklusive CD ist erst in der Topausstattung Prestige (ebenfalls nicht mit
dem kleinen Diesel kombinierbar) serienmäßig. Alle anderen Varianten
müssen sich mit einer Radiovorrüstung begnügen. Außerdem
sind hier die Sitze, das Lenkrad sowie der Schaltknauf in Leder gehüllt,
16-Zoll-Leichtmetallfelgen aufgezogen, die Außenspiegel wie auch die
Dachreling matt lackiert und die Scheiben stark getönt. Der Unterfahrschutz
vorne wie hinten sowie die Seitenschweller sind ebenfalls in Matt-Chrom ausgeführt
und einzig in dieser Version Serie.
Während der Basis
ausschließlich das Sicherheitspaket mit Seitenairbags, der
Zentralverriegelung inklusive Fernbedienung und elektrischen Fensterhebern
optional zur Wahl steht, kann die nächst höhere Ausstattung Ambiance
um das Modularitäts- und das Klang&Klima-Paket ergänzt werden. Die
Version Lauréate lässt sich mit dem Look-Paket aufpeppen oder mit
dem Leder-Paket veredeln.
Wenn wir die Basisversion auch
kategorisch ausschließen würden, so muss man auch bedenken, das
selbst der Topdiesel im höchsten Ausstattungsniveau mit Extras wie hinteren
Einparksensoren, der Metallic-Lackierung und ESP dem Kunden nicht mal 20.000,-
Euro abverlangt. Das ist doch wahrlich eine Ansage, die Dacia da den
SUV-Kollegen macht.
| (Stand: Dezember
2011) |
AL |
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Technische Daten
| Hubraum |
1.461 cm³ |
| Zylinderzahl |
4 |
| Ventile |
8 |
| kW/PS - U/min |
81/110/4.000 |
| Nm bei U/min |
240/1.750 |
| Abgasnorm |
Euro 5 |
| CO2-Ausstoß |
145 g/km |
| Kraftstoffart |
Diesel |
| Tankvolumen |
50 Liter |
| Verbrauch innerorts |
6,5 Liter |
| Verbrauch außerorts |
5,3 Liter |
| Verbrauch Mix |
5,6 Liter |
| Reichweite |
890 km |
| Höchstgeschwindigkeit |
168 km/h |
| Sprint 0 - 100 km/h |
12,5 Sekunden |
| Länge |
4.315 mm |
| Breite |
1.822 mm |
| Höhe |
1.625 mm |
| Radstand |
2.573 mm |
| Wendekreis |
10,44 m |
| Kofferraumvolumen |
443 - 1.604 Liter |
| Leergewicht inkl. 75 kg Fahrer |
1.369 kg |
| Zul. Gesamt-Gewicht |
1.844 kg |
| Zuladung |
475 kg |
| Dachlast |
80 kg |
| Anhänger ungebremst |
680 kg |
| Anhänger gebremst |
1.500 kg |
| Bodenfreiheit |
210 mm |
| Böschungswinkel vorne /
hinten |
30° / 36 ° |
| Rampenwinkel |
23 ° | |
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