Karosserie Die
schicken, dynamischen Schwünge des Mazda6 auf den kleinen 2er zu übertragen
war nicht ganz einfach, doch selbst hier klingen die typischen Linien wieder an.
Für Familienähnlichkeit sorgen die langgezogenen Scheinwerfer, die bis
in die Rundungen der vorne stark ausgestellten Radhäuser reichen.

Dazwischen ein kleiner oberer Kühlergrill,
der große untere Lufteinlass trägt auch das Nummernschild, nach außen
hin trägt die sportliche Schürze die Nebelscheinwerfer in schwarzen
Einsätzen. Die tragen zusammen mit den schwarzen Fenstereinfassungen und
den im unteren Bereich schwarzen Außenspiegeln zum sportlichen
Erscheinungsbild bei, das aber vor allem von den schicken dunklen Alufelgen
lebt.
Dazwischen sind - zumindest in
der Variante Dynamic - markante Seitenschweller montiert, die den Schwung mit
ins Heck nehmen, wo neben den auffälligen Rückleuchten vor allem die
gepfeilte Heckscheibe, der Dachkantenspoiler und der angedeutete Diffusor in der
Heckschürze für den nötigen sportlichen Touch sorgen, schade,
dass sich da der Auspuff eher dezent versteckt.
Innenraum/Kofferraum Im
Innenraum geht es sportlich weiter, auch wenn sich Mazda leider nicht ganz
getraut hat, die pfiffige Optik der Karosserie innen fortzuführen. Statt
vielleicht einer frischen Farbe oder der Wiederaufnahme der Außenfarbe
taucht sich das Cockpit ziemlich in dunkle Töne, nur die Alu-Applikationen
am Lenkrad und an den Türverkleidungen heben sich da ein wenig ab. Erst in
der Nacht bringt dann die frische Beleuchtung etwas mehr Licht ins Dunkel, auch
wenn nicht alle Schalter beleuchtet wurden.

Die wenigen Bedienelemente
werfen im Alltag keine Fragen auf, die ineinander verschachtelten
Rundinstrumente sind modern gezeichnet und gut ablesbar. Hin und wieder ganz
praktisch, kann das nach oben offene Handschuhfach optisch aber nicht so ganz
begeistern, es wirkt irgendwie unfertig. Das am oberen Armaturenbrett und in den
Türverkleidungen verwendete Hartplastik findet auch nicht unbedingt unsere
ungeteilte Zustimmung, ansonsten kann die solide Verarbeitung aber gefallen. Das
Lenkrad ist nur in der Höhe zu verstellen.
Gefallen können auch
die Sitze, die ausreichend straff und groß dimensioniert einen guten
Sitzkomfort bieten, die Lehne wird leider nur per Hebel und damit etwas
grobrastrig verstellt. Fein ist die schnelle Sitzheizung, jedoch wird der
Schalter öfter mal unbeabsichtigt betätigt. Kommt man vorne ganz
bequem rein und raus, wird es nach hinten etwas enger, vor allem stört es,
dass nur auf der Beifahrerseite eine Einstiegshilfe angeboten wird, mit der mit
einem Zug der Sitz nach vorne fährt und gleichzeitig die Lehne nach vorne
klappt.
Erst mal hinten angeklommen
wird es jenseits der 1,80 m Körpergröße langsam eng, schon
vorher ist der Kopf recht nahe an der Dachstrebe und früh zeigen sich die
Sitzflächen als zu kurz.
Licht und Schatten liegen beim
Kofferraum nahe beieinander. Auf der einen Seite können die 250 Liter
Ladevolumen gut gefallen, sie lassen sich einfach auf bis zu 787 Liter
erweitern. Aber zum Einen ist eine hohe Ladekante zu überwinden und
anschließend geht es wieder tief nach unten und zum Anderen bleibt nach
dem Umlegen der Rücksitzlehnen (geteilt) im Boden ebenfalls eine gut 10 cm
hohe Stufe zurück. Wer größer ist als 1,80 m läuft auch
schon mal Gefahr, sich an der geöffneten Heckklappe zu stoßen.
Komfort/Fahrwerk/Bremsen Das
Fahrwerk passt bestens zum optischen Auftritt des Mazda2. Mit einer straffen
Grundeinstellung die aber noch ausreichend Komfort bereit hält lässt
sich der kleine Flitzer richtig flott bewegen. Dabei ging er nicht nur zackig um
die Pylonen unseres Slalomtests, sondern auch leicht untersteuernd spritzig um
enge Kurven und selbst auf der Autobahn lag er bei hohem Tempo ruhig auf dem
Asphalt, einzige Ausnahme: viele kurze Querrillen.
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Dazu vermittelt die angenehm
straffe und direkte Lenkung ein gutes Gefühl für die Straße, mit
einem kleinen Wendekreis von 10,40 Metern lässt sich der Mazda2 gut manövrieren.
Das elektronische Stabilitätsprogramm ist der sportlichen Anmutung
angepasst und lässt dem Fahrer viel Freiraum.
Dass ABS an Bord ist, merkt man
bei einer Vollbremsung nicht nur daran, dass der Japaner auch bei Nässe
oder wechselndem Fahrbahnbelag sauber in der Spur bleibt, wird eine Notbremsung
eingeleitet, meldet sich das Antiblockiersystem mit starkem Rubbeln. Ansonsten
sorgen vor allem die innenbelüfteten Scheibenbremsen an der Vorderachse
zusammen mit der elektronischen Bremskraftverteilung und dem Bremsassistenten für
gute 37 Meter aus Tempo 100 bis zum Stillstand.
Motor/Getriebe Waren
wir im Rahen der Pressevorstellung mit dem 1,5-Liter 103 PS starken Benziner
unterwegs, der Drehzahl braucht um richtig flott zu ein und dann laut und
durstiger wurde, hatten wir jetzt den brandneuen 1,6 Liter Diesel im Test. Der
leistet 66 kW/90 PS bei 4.000 U/min und stellt sein maximales Drehmoment von 212
Nm bereits bei 1.750 U/min zur Verfügung.
Das reicht aus, um in 11,4 Sekunden aus
dem Stand auf Tempo 100 zu beschleunigen und eine Höchstgeschwindigkeit von
173 km/h zu erreichen. Damit bleibt er zwar hinter dem stärkeren Benziner
zurück, aber er vermittelt stets das Gefühl, ausreichend motorisiert
zu sein. Nur am Start gibt sich der Selbstzünder etwas rau, ansonsten läuft
er angenehm leise und wird auch gefordert nicht störend laut, nur etwas
kernig. Dafür gefällt in praktisch jedem Bereich der spontane Antritt
und gute Durchzug, auch wenn die oberen Gänge etwas länger übersetzt
sind.
Damit schafft er aber gute
Verbrauchswerte, neben 4,3 Litern Mixverbrauch auf unserer Normstrecke kann er
außerorts mit 3,7 Litern Diesel auf 100 km glänzen, in der Stadt sind
es laut Mazda 5,1 Liter. Besonders erfreulich ist auch der niedrige CO2-Ausstoß,
der bei 112 g/km liegt, ein Dieselpartikelfilter ist serienmäßig an
Bord, trotzdem ist der Motor zur Zeit nur in Euro 4 eingestuft.
Ein weiterer Baustein in Sachen
Verbrauchsreduzierung kommt in Form von gewichtsreduzierenden Maßnahmen
hinzu. Nicht zuletzt dank hochfester Stähle konnte Mazda das Gewicht um
rund 100 kg senken, und schließlich wurde die Länge des Fahrzeugs -
entgegen dem allgemeinen Trend - um 40 mm auf 3.885 mm gekappt.
Der quer eingebaute
Vierzylinder-Turbodiesel überträgt die Kraft an die Vorderräder,
wo ein ungestümer Gasfuß vor allem bei Nässe schnell mal für
durchdrehende Räder sorgen kann, ansonsten hat die serienmäßige
Stabilitätskontrolle mit integrierter Traktionskontrolle den Mazda2 ganz
gut im Griff. Die Kraftübertragung erfolgt über ein Fünfgang-Schaltgetriebe,
dessen Abstimmung gut mit dem Common-Rail-Diesel harmoniert.
Der Schalthebel ist auf kurzen
Wegen gut geführt, arbeitet ausgesprochen straff und kann sich einen
Holperer über die Leerlaufstellung nicht verkneifen. Nachdem er an der
Mittelkonsole angeflanscht ist, liegt der Schalthebel in guter Reichweite.
Sicherheit Neben
Front- und Seitenairbags in Reihe eins sind auch durchgehende
Kopf-Schulterairbags serienmäßig an Bord. Dazu gesellen sich Kopfstützen
auf allen Plätzen sowie Dreipunkt-Sicherheitsgurte, vorne mit Gurtstraffern
und Gurtkraftbegrenzern.

Ausstattung/Kosten Drei
Ausstattungsvarianten sind für den Mazda2 1.6 MZ-CD erhältlich. Als
Independence kostet er 16.250,- Euro, als Impression 17.150,- Euro und als
Dynamic 17.650,- Euro. Dabei zeichnen sich die beiden gehobeneren Versionen u.a.
durch eine Klimaautomatik und einem Energy-Paket mit Sitzheizung vorne,
Bordcomputer, Außentemperaturanzeige und Geschwindigkeitsalarm aus, ferner
sind dann auch elektrische Fensterheber mit dabei.
Auch das Trend-Paket ist im
Impression oder Dynamic bereits drin und bietet neben 16 Zoll Alufelgen
Nebelscheinwerfer, Licht- und Regensensor, ein Lederlenkrad und
Lederschaltknauf. Serienmäßig beim Dynamic sind dann noch eine
sportlichere Frontschürze, Sport-Scheinwerfer, Seitenschweller,
Dachkantenspoiler und die dunklen Alufelgen.
Die Metallic-Lackierung steht
mit 420,- Euro in der Liste und ist für alle Varianten optional erhältlich,
wie die Edelstahleinstiegsleisten für 124,- Euro, der Pedalsatz aus Alu für
107,- Euro, die Einparkhilfe hinten für 255,- Euro oder die Mittelarmlehne
für 180,- Euro.
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