Karosserie Im
gediegenen Braun-Metallic macht der ix55 schon von außen deutlich, dass er
mehr Pkw denn derber Offroader ist, Chrom rund um den Kühlergrill, die
Seitenscheiben, an den Türgriffen und am Heckklappengriff unterstreichen
den hochwertigen Charakter. Die glattflächige Form mit den sanften Schwüngen
kaschiert geschickt die wahre Größe des immerhin 4,84 m langen SUV.

Damit kein Zweifel an der Geländegängigkeit
auftaucht, wurden von der Frontschürze über die Radläufe und den
Seitenschwellerbereich bis zur Heckschürze farbig abgesetzte
Kunststoffteile angesetzt. Der zusätzliche praktische Nutzen als Schutz vor
Kratzern ist dabei nicht zu vernachlässigen.
Neben der Dachreling sorgen vor
allem der Dachkantenspoiler und zwei dicke ovale Auspuffrohre für den nötigen
sportlichen Touch, markant, schwungvoll und unverwechselbar bilden die Rückleuchten
den gelungenen Abschluss.
Innenraum/Kofferraum Und
gelungen geht es auch hinter der auf Knopfdruck elektrisch öffnenden und
schließenden Heckklappe weiter. Sie schwingt nicht nur weit auf, sondern
gibt auch eine für solch ein Fahrzeug angenehm niedrige und gut geschützte
Ladekante frei, über die man mühelos das Gepäck einladen kann.
Und davon nicht zu knapp, die
598 Liter Ladevolumen lassen sich problemlos auf bis zu 1.746 Liter erweitern,
dazu werden die Sitzlehnen der zweiten Reihe vorgeklappt, was aber einen leicht
ansteigenden Boden hinterlässt. Unter dem stabilen Boden ist ein weiteres
Zusatzfach, in dem auch das Werkzeug sauber verstaut seinen Platz findet, wir
haben eigentlich nur eine Gepäckraumabdeckung vermisst.
Apropos finden: Wer mit den fünf
Sitzen nicht auskommt, der kann ohne große Mühe zwei weitere Sitze
aus dem Kofferraumboden herausklappen, und hier können sogar Erwachsene
ganz gut sitzen, auch wenn denen die Kopfstützen schnell zu kurz geraten.
Ab 1,80 m Körpergröße geht dann aber auch der Kopfraum zu Ende,
der Freiraum im Beinbereich ist okay, zumindest wenn die Sitze der zweiten Reihe
nicht ganz hinten stehen. Dass bei sieben Sitzen der Kofferraum auf kaum mehr
als 100 Liter schmilzt versteht sich praktisch von selbst.
Die Längsverschiebbarkeit
der zweiten Sitzreihe ist eine der Annehmlichkeiten, die die Passagiere neben
der individuellen Lehnenverstellung, der Sitzheizung (Serie bei der
Premium-Variante) und den richtig üppig bemessenen Platzverhältnissen
hier genießen. Nicht ganz optimal ist die Tatsache, dass die Beine zumeist
nicht ganz aufliegen und beim Ausstieg wird es, trotz ausgehöhlter B-Säule
für die Füße richtig eng. Der Zuggang zur dritten Sitzreihe ist
stets recht beengt.
Vor allem in Reihe eins stören
die recht breiten Türschweller, hier hat man sich schnell mal die
Hosenbeine verschmutzt. Dabei kann man sie auf keinen Fall übersehen,
schließlich sind sie beleuchtet. Ansonsten gelingt der Ein- und Ausstieg
hier ganz bequem, und bequem nimmt man dann auch auf zwei großen, angenehm
straff gepolsterten Sitzen Platz, die für ein Fahrzeug dieser Kategorie
ausreichend stark ausgeformt sind. Sehr angenehm ist auch die Tatsache, dass in
den entsprechenden Bereichen die Polsterung des Armaturenbrettes weich ausgeführt
wurde, ganz bequem lässt sich das Gestühl elektrisch verstellen und
beheizen.
Als ganz und gar nicht bequem
erwiesen sich jedoch die aktiven Kopfstützen, sie sitzen bei normaler
Sitzposition so nahe am Kopf, dass man ständig leicht vorgebeugt dasitzt.
Will man der Nähe zu den Kopfstützen entkommen, ist man gezwungen die
Sitzlehen deutlich flacher zu stellen als es für ein bequemes und vor allem
richtiges Sitzen angebracht wäre.
Das war's dann aber auch schon
mit dem Meckern im Innenraum des Hyundai ix55, na, ja, allenfalls die ein wenig
kühl wirkende blaue Beleuchtung gefällt vielleicht nicht jedem und ist
auch nicht immer gut auf den silbernen Tasten zu sehen, ansonsten kann der
Koreaner angefangen beim Mood-Licht - irgendwie haben wir hier nie begriffen was
man tun muss, damit es auch von allein wieder ausgeht - über die modernen
Bedienelemente und Instrumente bis hin zu den angenehmen Materialien in einem
gefälligen und auch hochwertigen Mix und der guten Bedienerfreundlichkeit
nur gefallen.

Man vergisst immer wieder, dass
man in einem Fahrzeug sitzt, das im Vergleich zu seinen Mitbewerbern vor allem
preislich meilenweit entfernt ist. Da lässt es sich doch glatt
verschmerzen, dass die hinteren Seitenfenster nicht ganz versenkt werden können,
was aber selbstverständlich wie auch vorne elektrisch auf Knopfdruck
funktioniert.
Komfort/Fahrwerk/Bremsen Die
Entwickler haben für den ix55 einen ordentlichen Fahrwerkskompromiss
gefunden, auch wenn die Betonung eindeutig auf dem guten Komfort liegt. Und so
zeigt sich der Hyundai in schnellen Kurven auch eine Spur zu weich, schiebt erst
deutlich über die Vorderräder und kommt dann schnell mit dem Heck, gut
dass ESP an Bord ist. Zudem macht er auch mit deutlichen Karosserieneigungen auf
sich aufmerksam, bleibt aber insgesamt gutmütig.
Und so ist auch der
Slalomparcour nicht unbedingt das vom ix55 favorisierte Terrain, ein wenig
schwerfällig bewegt er sich um die Hütchen und vor allem die enorme
Lenkarbeit und die sich beim schnellen Richtungswechsel über die Mittellage
stark verhärtende Lenkung verhindern hier eine schnellere Gangart. Im
normalen Fahralltag zeigt sich die angenehm straffe Lenkung aber ausreichend
direkt und zielgenau, die Rückmeldung ist aber noch verbesserungswürdig.
Also lieber cruisen und dann
kann man auch ganz schnell die kleine Gedenksekunde der Automatik vor dem Zurückschalten
vergessen und einfach nur deren sehr sanfte Arbeitsweise genießen, die
auch bestens mit dem kräftigen Motor harmoniert, von dessen Dieselherkunft
man im Inneren kaum etwas mitbekommt. Dafür sind dann aber leider ab Tempo
130 deutliche Windgeräusche zu vernehmen.
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Das gilt kaum für die
jeweils herrschenden Straßenzustände, sie werden weitgehend
weggefiltert und so ist für ein sehr bequemes Reisen im ix55 gesorgt. Und
dank des automatischen Allaradantriebs "Interactive Torque Management",
der bei Bedarf blitzschnell vom normalerweise vorherrschenden Frontantrieb auf
alle Viere umschaltet ist stets für optimale Traktion gesorgt, trotz der
breiten Reifen ist der Geradeauslauf prima und auch Spurrillen wirken sich kaum
aus. Auf Wunsch kann der Fahrer auch per Knopfdruck den Allradantrieb zwingend
vorgeben, wenn es dann doch mal von der Straße auf unbefestigte Wege gehen
soll, wo der ix55 ebenfalls eine gute Figur macht. Jenseits der Tempo 38 wird
automatisch wieder zurückgeschaltet.
Eine gute Figur macht der ix55
auch als Zugpferd, liegen keine größeren Steigungen als 8% auf dem
Weg, lassen sich bis zu 3,2 Tonnen an den Haken nehmen, bei Steigungen bis zu
12% stellt der Wagen noch eine Anhängelast von 2.500 Kilogramm zur Verfügung.
Beim schnellen Verzögern
macht sich die komfortablere Fahrwerksabstimmung durch tiefes Eintauchen der
Front bemerkbar, dazu arbeitet das ABS laut vernehmlich, bringt den Wagen aus
Tempo 100 trotz innenbelüfteter Scheibenbremsen rundum, elektronischer
Bremskraftverteilung und Bremsassistent erst nach 42 Metern zum Stehen. Ein
Nachlassen der Bremswirkung war auch nach der zehnten Vollbremsung nicht
festzustellen. Im Alltag lässt sich die Bremse gut dosieren und spricht
schnell an. Für ein sicheres Fahren wie auch Bremsen ist serienmäßig
das Stabilitätsprogramm ESP inkl. Traktionskontrolle TCS an Bord.
Motor/Getriebe Bei
einem SUV ist ein Diesel stets erste Wahl, beim ix55 zur Zeit auch die einzige.
Denn für den fast 2,3 Tonnen schweren Wagen bietet Hyundai nur den
Dreiliter-V6-Common-Rail-Diesel mit Piezo-Injektoren und einem elektronischen
Turbolader sowie serienmäßigem Dieselpartikelfilter an. Und der Motor
passt sehr gut zum Komfortcharakter des ix55, er läuft sehr kultiviert, ist
selbst unter Last akustisch nicht als Diesel zu erkennen.
Leider hält er sich nicht nur
akustisch etwas zurück, gleiches gilt auch für seine
Leistungsentfaltung. Schon am Start kommt er ein wenig verhalten los und braucht
dann 10,4 Sekunden um die Tempo-100-Marke zu erreichen. Das ist zwar im Alltag
durchaus ausreichend, wie auch die Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h, wenn
man jedoch die Leistung von 239 PS/176 kW bei 3.800 U/min betrachtet, würde
man sich etwas mehr Temperament erwarten. Dafür zieht er sehr gut durch,
wofür das maximale Drehmoment von 451 Nm zwischen 1.750 und 3.500 Touren
verantwortlich zeichnet.
Und damit harmoniert die neue
Sechsstufen-Automatik sehr gut, arbeitet ausgesprochen sanft und dank des guten
Drehmoments muss sie auch nur selten kräftig zurückschalten, wobei sie
sich stets eine kleine Gedenksekunde gönnt. Daran ändert sich auch
nichts, wenn sie, sich adaptiv der Fahrweise des Fahrers anpassend, auf
vorprogrammierte Schaltprogramme zurückgreift.
Und so waren wir auch nur
selten versucht, einmal selbst ins Geschehen einzugreifen, was mit dem ix55
durchaus Spaß macht. Die Befehle werden schnell und sanft ausgeführt
und die Elektronik verkneift es sich geflissentlich, dem Fahrer ins Handwerk zu
pfuschen.
Lässt man die Automatik
gewähren, kommt man bei angepasster Fahrweise auf sehr gute
Verbrauchsresultate, so haben wir im Rahmen unserer Messfahrt nur 9,2 Liter pro
100 km auf der Normstrecke verbraucht, wer viel in der Stadt unterwegs ist muss
aber mit stolzen 12,4 Litern rechnen. Dafür kann man bei Autobahn- oder
Landstraßenpassagen auch locker mit nur 6,5 Litern hinkommen, ein Schnitt
von 130 km/h quittiert der leider nur Euro 4-Motor mit rund 9,6 Litern auf 100
km.
Sicherheit Den
heutzutage gültigen Standard erfüllt der ix55 auch in Punkto
Sicherheit. Neben Front- und Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer besitzt
er Vorhangairbags, die über die gesamte Länge reichen.
Dazu gesellen sich natürlich
Dreipunkt-Sicherheitsgurte auf allen Plätzen, vorne höhenverstellbar
sowie mit Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern bestückt, mit aktiven
Kopfstützen auf den beiden Vordersitzen sowie
ISOFIX-Kindersitzbefestigungen auf den äußeren Sitzplätzen der
zweiten Reihe.

Ausstattung/Kosten Den
Einstieg in die schöne SUV-Welt des ix55 beginnt bei 42.290,- Euro mit der
Comfort-Variante, der Premium startet bei 48.290,- Euro und lässt dann aber
praktisch keine Wünsche offen.
Denn auch bei der Ausstattung
hat Hyundai nicht gespart. Neben den sieben Sitzen sind eine Alarmanlage, Licht-
und Regensensoren, ein Audiosystem mit sechs Lautsprechern, RDS-Radio und
CD-Spieler sowie Zusatzanschlüssen für MP3-Player und iPod., eine
Zweizonen-Klimaautomatik sowie die Klimaanlage im Fond,
Reifendruck-Kontrollsystem TPMS, eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung,
ein gekühltes Fach in der Mittelarmlehne, elektrische Fensterheber rundum
und eine Geschwindigkeitsregelanlage mit an Bord.
Beim Premium sind dann auch
noch Xenon-Scheinwerfer, eine Scheinwerfer-Reinigungsanlage, 18-Zoll-Räder,
eine elektrische Lenksäulenverstellung, automatisch abblendende
Innenspiegel mit integrierter Kompassanzeige und große, von innen
elektrisch verstell-, beheiz- und anklappbare und automatisch abblendende Außenspiegel
mit integrierten Blinkleuchten, Zentralverriegelung mit Smart-Key-System und
elektrisch verstellbare Ledersitze inklusive Sitzheizung vorne und in der
zweiten Sitzreihe, Memory-System, eine elektrisch Heckklappe und noch einiges
mehr im Serienumfang enthalten.
So findet man in der
Aufpreisliste nur noch wenige Dinge, wie ein Glasdach, ein Navigationssystem mit
Rückfahrkamera und diverse Sonder- und Metallic-Lackierungen sowie eine
Anschlussgarantie.
Die serienmäßige
Garantie umfasst drei Jahre auf das Fahrzeug ohne Kilometerbegrenzung, drei
Jahre Hyundai-Euro-Service und 10 Jahre gegen Durchrostung. Die
Versicherungseinstufungen lauten HPF 23, TK 24 und VK 26, die Wartungsintervalle
sind alle 20.000 km bzw. jährlich durchzuführen.
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