Karosserie Alles
nur eine Frage der Ausstattung? Zumindest steht dem aktuellen Modell die
Dachreling gut, und wenn es dann doch mal ins Gelände soll, können die
breiten Kunststoffaufsätze über den Radläufen (Serie beim TOP S)
das glänzende Blech echt schützen. Und auch in der Stadt kommen damit
die Radhäuser noch breiter raus, was durch den Seitenschweller noch verstärkt
wird.

Im Zuge der dezenten
Modellpflege wurde der Terios um vier Zentimeter länger und vor allem der Kühlergrill
modifiziert und mit einer breiten Chromleiste verziert. Bulliger und kerniger
kommt die neue Frontschürze rüber, die einen größeren
Lufteinlass aufnimmt und auch neue Nebelscheinwerferaufnahmen bereithält.
Ob es nun diese Veränderungen
unbedingt gebraucht hat sei mal dahingestellt, an der Seite bleib er auf jeden
Fall mal unverändert - sieht man mal von den neuen Alufelgen ab - und auch
am Heck fallen die Modifikationen eher marginal aus. So wurde die Heckschürze
markanter gezeichnet, macht den Eindruck als solle sie den Terios zum derben
Offroader machen, aus diesem Grund wurde wohl auch die Reserverad-Abdeckung neu
strukturiert.
Den umgekehrten Weg beschreiten
die geänderten Rückleuchten, die jetzt mehr Schick und modischen Pfiff
ans Heck des Terios bringen. Die für deutsche Verhältnisses an der
falschen Seite angeschlagene Hecktür hat man leider nicht geändert, an
der unübersichtlichen Einheit der C- und D-Säule leider auch nichts.
Innenraum/Kofferraum Kommen
wir in den Innenraum, und auch hier halten sich die Veränderungen in
Grenzen. Als erstes fällt das neue Lederlenkrad auf, das aber leider noch
immer nur in der Höhe verstellbar ist. Vor allem die breitern Speichen mit
ihren silbergrauen Applikationen können gefallen, die
Radiofernbedienungstasten sind sogar beleuchtet, allerdings in einem dunkleren
Orange als der Rest der Schalter.
Davon hatte unsere aktueller
Testwagen einige wenige mehr als früher, und u.a. einen, wenn auch recht
rustikalen, für die Sitzheizung in den beiden Vordersitzen. Aber immerhin,
nicht jedes Fahrzeug dieser Preisklasse hat so was und sie arbeitet noch dazu
gar nicht mal schlecht.
Was man von der
Heckscheibenheizung nicht behaupten kann, sie geht ausgesprochen langsam ans
Werk und schafft auf Strecken von weniger als 20 km bei ordentlicher Vereisung
keine freie Scheibe.

Komplett neu wurden die drei
ineinander verschachtelten Rundinstrumente jetzt unter einer gemeinsamen Haube
und Glasabdeckung neu gestaltet und mit einem silbernen Rand verziert. Geblieben
sind die schön gestalteten Türverkleidungen, vor allem die auffälligen
Griffleisten. Und unverändert ziert eine große Aluapplikation die
Mittelkonsole, die selbstverständlich aus Kunststoff ist, wie am gesamten
Armaturenbrett Plastik vorherrscht, aber es ist ordentlich verarbeitet und sieht
durchaus wertig aus.
Vom Vorgänger übernommen
wurden auch die Sitze, und dementsprechend sind sie im neuen Zustand recht
straff gepolstert, mit zunehmender Betriebsdauer lassen sie aber stark nach. Und
das hat direkten Einfluss auf den Seitenhalt, die eher neuen Sitze unseres
Testwagen waren noch straff gepolstert und dadurch der Seitenhalt nur begrenzt
tauglich. Wer einen kranken Rücken hat wünscht sich hier eine deutlich
stärkere Abstützung.
Am ordentlichen Platzangebot
und dem guten Ein- und Ausstieg, an den echten Türgriffen und dem sanften
Zug, mit dem sich die Türen öffnen lassen hat sich nichts geändert.
Dank vier weit öffnender Türen und dem nicht zu hohen Hüftpunkt
gelingen der Ein- und Ausstieg sehr bequem.
Auch das Umlegen der Rücksitze
geht nach wie vor leicht von der Hand, erst die Sitzfläche vor, dann den
kompletten Sitz hochklappen und schon wachsen die 380 Liter Kofferraum mächtig
an, der Ladeboden bleibt weitgehend eben und die Ladekante in einer für die
Bauart ausreichend niedrigen Höhe, schade nur, dass die Stoßstange so
ungeschützt ist und die Hecktür zur falschen Seite hin öffnet.
Komfort/Fahrwerk/Bremsen Am
angenehm straff abgestimmten Fahrwerk hat Daihatsu nicht gerührt, wozu
auch, war der Kompromiss aus Sportlichkeit und Komfort doch schon bisher in
Ordnung. Und so bietet der Terios auf Stadt- und Landstraßen guten Komfort
und liegt zugleich auf der Autobahn sicher und ruhig. Wobei sich das ruhig nur
auf die Straßenlage beschränkt, der Motor wirkt hier schnell gequält
und vor allem laut.
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Mit der ebenfalls angenehm
straffen und ausreichend direkten Lenkung lässt sich der Stadtroader gut
dirigieren, der kleine Wendekreis von nur 10 Metern (gilt nur für den TOP
S, alles anderen Modelle kommen sogar mit 9,80 Metern rund) tut ein Übriges
dazu. Und wen es mal zu flott in die Kurven treibt, der wird vom elektronischen
Stabilitätsprogramm behutsam eingefangen. Wobei der Terios mit dem
permanenten Allradantrieb mit Zentraldifferenzial in jeder Lage mit guter
Traktion und optimalem Vortrieb glänzt. Entsprechend ist auch im Slalomtest
das Fahrverhalten nahezu neutral, die geringe Seitenneigung der Karosserie lässt
einen schnell mal flotter durch enge Kurven eilen, doch ein nerviger Warnton
bremst zu ungestüme Fahrer ebenso ein wie die zunehmend strenger werdende
Lenkung.
Seine Stabilitätskontrolle
VSC ist mit einer Antriebsschlupfregelung TRC gekoppelt, die zudem die Funktion
der Hinterachsdifferenzialsperre übernimmt und dem Terios eine gute Geländegängigkeit
beschert. Der kurze Radstand sorgt zudem dafür, dass man gut über
steile Kuppen kommt und mit vorne 34° und hinten 38° Böschungswinkel
geht schon einiges, die Bodenfreiheit von nur 190 mm ist da schon eher
hinderlich, zudem haben sich Bodenfreiheit und Böschungswinkel vorne im
Vergleich zum Vorgänger reduziert. Mit den normalen Straßenreifen ist
aber kein echt verschlammtes Gelände zu empfehlen, da hilft dann auch die
zuschaltbare Differentialsperre nicht viel.
Noch immer hat der Terios an
der Vorderachse große, innenbelüftete Scheibenbremsen und an der
Hinterachse Trommelbremsen. Angesteuert wird das Ganze über ABS mit
Bremskraftverstärker, elektronischer Bremskraftverteilung und
Bremsassistent. Sie lassen sich fein dosieren und sprechen schnell an, eine
Vollbremsung aus Tempo 100 absolviert der Kleine mit lautem ABS-Rubbeln und
stark eintauchender Front nach 38 Metern, Fading ist ein Fremdwort für den
Terios.
Motor/Getriebe Daihatsu
siedelt seinen Terios - obwohl ein SUV - in der Stadt an, und auch was die
Motorleistung angeht, können wir dem eigentlich nur zustimmen. Denn der 1,5
Liter Vierzylinder Benzinmotor leistet 77 kW/105 PS bei 6.000 U/min und stellt
dazu ein maximales Drehmoment von 140 Nm bei 4.000 Touren zur Verfügung.
Damit ist der Terios vor allem unten rum richtig quirlig, um oben rum flott zu
sein braucht er Drehzahl, und dann wird er schnell laut.
Vor allem haben wir einen sechsten Gang
vermisst, so dreht der Vierzylinder schon bei Tempo 100 über 3.000 Touren
und auf der Autobahn wirkt er bereits bei Tempo 130 gequält und vor allem
laut. Aber es gibt nur eine Fünfgang-Handschaltung, die zwar ganz okay
arbeitet und auf ausreichend kurzen Wegen auch ganz exakt zu Werke geht, aber es
fehlt der sechste Gang.
So vergehen 12,4 Sekunden, um
aus dem Stand auf Tempo 100 zu beschleunigen und es dauert ein wenig, bis die
Topspseed von 160 km/h erreicht ist. Wer den Terios häufig an diese Grenze
bringt, muss mit einem ziemlichen Spritverbrauch rechnen, der noch deutlich über
den 9,5 Litern in der Stadt liegt, Außerorts lässt sich der Wagen
auch mit 6,6 Litern bewegen, im Mix haben wir 7,5 Liter ermittelt, der
CO2-Ausstoß des Euro 4-Motors liegt dann bei 179 g/km. Um diese
Kraftstoffeinsparung - immerhin über einen halben Liter - zu realisieren
wurden weitreichende technische Verbesserungen und aerodynamische Verfeinerungen
an der Karosserie durchgeführt, außerdem mechanische Reibwerte
reduziert und eine elektrische Servolenkung eingebaut.
Sicherheit Die
Sicherheitsausstattung entspricht dem Stand der Dinge, Fahrer- und
Beifahrerairbag, Seitenairbags vorne und Kopfairbags vorne und hinten sind
ebenso an Bord wie höhenverstellbare Kopfstützen auf allen Plätzen
sowie Dreipunkt-Automatikgurte, vorne höhenverstellbar und mit
Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzer bestückt. Hinzu kommen noch
ISOFIX-Kindersitzbefestigungen an den Außensitzen hinten.

Ausstattung/Kosten Recht
klein macht sich der Daihatsu Terios auch im Preis, der 1,5 Liter Vierzylinder
mit 105 PS kostet in der von uns gefahrenen Top-Ausstattung TOP S 4WD 22.990,-
Euro und dann ist eine ausgesprochen üppige Grundausstattung mit dabei, die
eigentlich nur noch Platz für eine Sonderlackierung für 410,- Euro in
der Preisliste lässt.
So sind neben den Kotflügelverbreiterungen
und Seitenschwellern auch eine Klimaautomatik, Sitzheizung vorne, ein abschließbares
und beleuchtetes Handschuhfach, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel,
el. Fensterheber vorn und hinten, Zentralverriegelung mit Fernbedienung,
RDS-Radio mit CD-Player und Lenkradfernbedienung im Lederlenkrad,
Colorverglasung, Intervall-Heckwischer, Chromgrill, Nebel- und
Projektionsscheinwerfer, ABS, VSC und TRC sowie Alufelgen mit 235er Breitreifen
bereits serienmäßig an Bord.
Wer will, kann statt der Fünfgang-Schaltung
auch eine Vierstufenautomatik ordern, immer ist eine
Dreijahres-Fahrzeuggarantie, eine dreijährige Lackgarantie und acht Jahre
gegen Durchrostung mit dabei.
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