Karosserie Der
Cuore ist wieder umgeschwenkt, zeigt mehr Emotionen beim Design, gibt sich von
vorne freundlich und sympathisch. Schwungvoll läuft die weit nach unten
reichende Frontschütze in die vorderen Radläufe, die runden
Scheinwerfer wurden durch spitz auslaufende Ansätze an die Kotflügel
angepasst.

Wie es sich für einen
Kleinwagen gehört, fallen die Fahrzeugüberhänge ultrakurz aus,
dafür holt der Kleine das Maximum aus dem Radstand heraus, was man vor
allem nach dem Einsteigen zu schätzen weis. Mit Blick auf die
Gesamtproportion hätten aber gerne die Reifen etwas größer
ausfallen dürfen. Klar, das ist bei solch einem preiswerten Zwerg immer
eine Frage des Geldes, aber vielleicht könnte man es irgendwie optional
hinkriegen
dazu kommen wir später noch mal.
Das Heck wird dominiert von den
langen senkrechten Rückleuchten, die eine größtmögliche
Heckklappe einrahmen. Der Rest ist hier recht schlicht, auch hier könnte
eine Version mit dickem Auspuff sicher so manchen Fahrer begeistern.
Innenraum/Kofferraum Steigen
wir also ein in den Winzling aus Japan - und wundern uns, wie bequem das geht.
Die Türen öffnen weit, praktisch im 90-Grad-Winkel, und so kommt man
vorne wie hinten prima rein, nur an den dünnen Türen erkennt man den
Kleinstwagen, und am Klang, mit dem sie wieder ins Schloss fallen.
Und wie bequem man dann sitzt.
Also weniger was die Sitze angeht, die sind halt auch typisch Kleinwagen, etwas
dünn und auch nicht übermäßig groß und nur mäßig
ausgeformt können sie zwar den Ansprüchen an einen Stadtflitzer genügen,
aber schon auf der Landstraße vermisst man den nötigen Seitenhalt und
eine etwas straffere Polsterung könnte auch nicht schaden. Klar, mit Blick
auf den Preis geht auch das in Ordnung, aber z.B. ein Sportpaket, das neben dem
oben bereits erwähnten dicken Auspuff auch ein paar Sportsitze beinhalten würde,
wäre vielleicht eine Option.
Kommen wir zurück zum
Sitzen, bequem ist das in erster Linie durch den Platz. Und das nicht nur auf
den Vordersitzen, wo die meisten Kleinwagen zufriedenstellenden Platz bieten,
nein auch auf der Rückbank. Was man von außen einfach nicht glauben
mag, das beweist der Cuore innen eindrucksvoll. Mit der längsverschiebbaren
Rückbank - in einem Kleinstwagen! - sitzen bei Bedarf nicht nur Kinder
richtig gut, auch Erwachsene haben einen üppigen Beinraum zur Verfügung.
Und Dank der hohen Bauweise
bekommen vier groß gewachsene Personen auch im Kopfbereich keine Probleme.
Allenfalls in der Breite kommen sich dickere Menschen notgedrungen etwas näher.
Der Fahrersitz ist - wie das Lenkrad - in der Höhe zu verstellen. Und ein
Highlight ist - für den der es braucht - die Liegewiese. Die Vordersitze können
nämlich so umgelegt werden, dass sie mit der Rückbank eine ebene Fläche
ergeben. Und für allerlei Kleinkram hält der Cuore dann auch noch
einige Ablagefächer, Getränkehalter und ein großes Handschuhfach
bereit. Den Nutzen des in der Mittelkonsole integrierten senkrechten, schmalen
Fachs mit Klappe muss jeder für sich selbst erkunden.
Und wieder komme ich - es wird
schon langsam penetrant, ich weiß - zum optionalen Sportpaket. Das könnte
auch bei den im Innenraum verwendeten Materialien zum Einsatz kommen. Vor allem
im oberen Teil der Türverkleidung könnte es das billige Hartplastik
ersetzen, die Mittelkonsole in Silber tauchen und eine Zusatzfarbe am
Armaturenbrett ins Spiel bringen. Zwar ist die Ausstattungsreihe Top schon
zweifarbig in Anthrazit - Grau, aber richtig farbig ist das ja auch nicht.
Ansonsten kann die Materialwahl am Armaturenbrett durchaus gefallen, einige
silberne Applikationen sorgen für Frische.

Gut abzulesen und modern
gezeichnet demonstriert ein Chromrand Hochwertigkeit bei den in strahlendem
Rot-Orange beleuchteten Instrumenten. Auch hier könnte man sich natürlich
etwas mehr "Verspieltheit" vorstellen. Eher sachlich sind dann auch
die wenigen Bedienelemente gezeichnet, auf alle Fälle sind diese gut
erreichbar und kinderleicht zu bedienen. Recht weit unten hat Daihatsu die
Schalter für die Leuchtweitenregulierung und TRC versteckt. Ein Fall für
unser Sportpaket wäre schließlich auch das Lenkrad, bei dem sich ein
Lederbezug, ein paar Aluapplikationen und/oder Farbe gut machen würde.
Vielleicht will ja doch nicht jeder einfach nur ein Auto um von A nach B zu
kommen?!?
Jetzt kommt's, werden sich
einige denken, wenn ein solcher Winzling soviel Platz für die Insassen
bietet, denn geht er beim Kofferraum garantiert baden. Von wegen. Klar, wenn die
Rücksitzbank ganz hinten steht, bleiben "nur" noch 160 Liter
Stauraum übrig, rutscht die Bank nach vorne, was um bis zu 26 Zentimeter
funktioniert, sind es bereits 215 Liter, und damit ist die Flexibilität
noch nicht zu Ende. Durch Umlegen der Rücksitzbank im Verhältnis 60 :
40 entsteht ein Ladevolumen von 414 bis 600 Litern, eine Klappe verdeckt die
entstehenden Schlitze. Kleines Manko: die Ladefläche ist leicht schräg
und die Sitze lassen sich nicht vom Kofferraum aus umklappen.
Wie das Einsteigen funktioniert
auch das Beladen ganz bequem, die Heckklappe öffnet weit und die Ladekante
ist angenehm niedrig. Unter dem Boden befindet sich das sauber verstaute
Werkzeug.
|
 |
Komfort/Fahrwerk/Bremsen Der
Cuore ist für die Stadt gemacht, entsprechend sitzt der Fokus auf Komfort.
Mit ihm lässt es sich prima durch die Stadt flitzen. Aber das kann der
Kleine auch Außerorts, allerdings sollte der Fahrer dann etwas Mut
mitbringen., denn der Cuore schiebt nicht nur stark über die Vorderräder,
wenn er schnell durch die Kurven gescheucht wird, er neigt sich dabei auch mächtig
zur Seite. Mehr noch als im Innenraum erkennt man das als Hinterherfahrender,
seine Seiteneigung sieht abenteuerlich aus.
Und es ist gut zu wissen, dass
das TRC ständig über den Cuore wacht und ggf. durch teils massive
Bremseingriffe die Fuhre spürbar stabilisiert. Ansonsten lässt sich
der Kleine zielgenau lenken und zeigt sich natürlich mit einem Wendekreis
von 8,40 Metern ausgesprochen wendig. Die geschwindigkeitsabhängige
elektrische Servolenkung arbeitet ausreichend direkt und vermittelt ein gutes
Gefühl für die Straße.
Grobe Bodenwellen kann er nicht
ganz so gut wegfiltern und ein paar Abstriche in Sachen Komfort muss er sich
auch durch die schon ab Tempo 80 auftretenden Windgeräusche vorne und vor
allem hinten an der C-Säule gefallen lassen.
Vorne sind Scheibenbremsen
montiert, die die Hauptarbeit beim Bremsen übernehmen und sich bei einer
Vollbremsung gerne noch etwas mehr festkrallen könnten, ohne Rubbeln sorgt
das serienmäßige ABS für ein spurtreues Verzögern und
bringt den Japaner aus Tempo 100 nach rund 40 Metern zum Stehen. Serienmäßig
ist auch die elektronische Bremskraftverteilung an Bord, die Hinterachse ist mit
Trommelbremsen bestückt.
Motor/Getriebe Es
ist noch immer das 1-Liter-Dreizylinder-Aggregat, das mit der auf 51 kW/70 PS
angewachsenen Leistung zumindest unten rum für ordentlich Power sorgt. Und
so flitzt der Kleine auch in 11,1 Sekunden von Null auf Hundert und wird 160
km/h schnell. Doch dahin kommt er eher langsam, und das nicht nur, weil die
oberen Gänge vier und fünf recht lang übersetzt sind. Wer flott
sein will, muss den Zwerg bei Drehzahllaune halten, und das macht den Motor laut
und sorgt für mehr Durst als nötig, denn mit dem maximalen Drehmoment
von gerade mal 94 Nm ab 3.600 U/min ist es nicht weit her. Und auch wenn man ihn
niedertourig fahren will, ist er nicht gerade begeistert.
Mit dem typischen Dreizylinder-Sound ist
man auf Land- und Stadtstrassen mit den Cuore am besten aufgehoben, hier
konsumiert der Motor 5,5 Liter auf 100 km, für den Außerortsverkehr
gibt Daihatsu 3,8 Liter an. Auf unserer Normstrecke hatten wir bei der letzten
Ausfahrt 4,2 Liter auf 100 km verbraucht, das wollten wir diesmal nicht einfach
wiederholen sondern sind mit gebremstem Schaum unterwegs gewesen, haben vor
allem auf den Verbrauch geachtet und schwupps, mit 3,98 Litern Normalbenzin
einen sehr guten Mix-Wert erfahren. Dann reduziert sich natürlich auch der
ohnehin schon sehr gute CO2-Ausstoß von 104 g/km noch weiter.
Man kann also ganz zufrieden,
obwohl, wenn die serienmäßige Fünfgangschaltung etwas exakter
geführt wäre - und dazu vielleicht auch der Schalthebel etwas kürzer
- dann wäre alles in Butter. Na ja, eins hat uns etwas gestört, auch
wenn es im Alltag vielleicht weniger häufig auftritt. Nach unserer
Benzinmessfahrt, bei der wir wie gewohnt 180 km zurücklegten, haben wir
7,17 Liter nachgetankt. Das ist dem Bordcomputer aber zu wenig. Alles was unter
10 Litern liegt, berücksichtigt er bei der Reichweitenanzeige einfach
nicht. Dabei sind das bei diesem Sparzwerg doch gleich weit über 200 km.
Eine etwas straffere Abstimmung
mit größeren und vor allem breiteren Rädern wäre dann
wieder ein Fall für das optionale Sportpaket
Ich weiß, ich weiß,
im Zubehörangebot gibt es auch 165er Reifen auf 15 Zoll Alufelgen und sogar
ein Satz Federn mit Tieferlegung, einen Doppelrohrauspuff und vieles mehr.
Sicherheit Fünf
Airbags sind schon mal serienmäßig in jedem Daihatsu Cuore verbaut:
Front- und Seitenairbags sowie ein Fahrer-Knieairbag, den man in manch größerem
Fahrzeug noch vergebens sucht. Und ab der Variante Top sind auch Kopfairbags erhältlich,
wenn auch nur gegen Aufpreis.
Und schließlich gibt es
noch das stoßabsorbierende Lenkrad, Sicherheitsgurte mit Gurtstraffern und
Gurtkraftbegrenzern vorn und ISOFIX-Befestigungspunkte für den Kindersitz.

Ausstattung/Kosten Ziemlich
klein macht sich der Daihaustu Cuore dann auch, wenn es um den Preis geht, auch
wenn das von uns gefahrene Top-Modell mit 11.490,- Euro die 10.000er-Marke
locker knackt, da bleibt nur der PUR mit 9.490,- Euro darunter.
Aber die Ausstattung ist beim
TOP auch entsprechend umfangreich und beinhaltet u.a. elektrisch einstellbare Außenspiegel,
elektrische Fensterheber rundum, Zentralverriegelung mit Fernbedienung,
CD-Radio, Klimaanlage, verschiebbare Rückbank, Mutiinformationsdisplay,
Drehzahlmesser uvm.
Auf Wunsch gibt es dann noch
ein Automatikgetriebe (treibt den Verbrauch um einen Liter in die Höhe)
oder eine Perleffekt-Lackierung sowie das Sicherheitspaket mit der Stabilitätskontrolle
für 1.290,- Euro.
|