Karosserie Die
offene Variante des C3 hört auf den Namen Pluriel, hat mittlerweile doch
schon einige Jährchen auf dem Buckel und ist eine recht ausgefallene
Interpretation des Themas Cabriolet. Dabei ist er eigentlich auch ein Coupé
mit großem Schiebedach, ein Targa und erst dann ein Cabriolet. Leichte
Retuschen beschränken sich auf Details, so sind die neuen Scheinwerfer
jetzt mit einer Rauchglasabdeckung versehen.

Unser heutiger Testwagen kam in
der Edition Charleston daher und erinnert mit seiner zweifarbigen Rot-Schwarzen
Lackierung zumindest die nicht mehr ganz so Jungen Semester unter unseren Lesern
an die gleichnamige Ente. Und zumindest von hinten steht der Pluriel auch so ein
bisschen hochbeinig da.
Die im Bogen verlaufende untere
schwarze Lackierung zieht sich geschickt in die Dachholme, zwischen denen sich
das Faltverdeck per Knopfdruck nach hinten fahren lässt. So hat man schon
ein richtig tolles Offenfahr-Gefühl, wobei aber schon wenn man das Dach,
ebenfalls per Knopfdruck über die Heckscheibe nach unten fährt,
schnell deutliche Winde im Fahrzeug auftreten. Wer mehr will, der muss
aussteigen.
Dann kann man - auch das geht
noch ziemlich einfach - das Verdeck mit der kompletten Heckscheibe in den Boden
des Kofferraums schwenken. Auch zurück geht jetzt noch alles ratz fatz und
man ist vor einem plötzlichen Regenguss schnell wieder gut geschützt.
Aber der Pluriel ist ja ein
echtes Cabriolet, also werfen wir erst mal einen Blick - einen sehr, sehr langen
Blick - in die Bedienungsanleitung und entfernen auch die Dachholme, das geht
dann sogar recht einfach, allerdings wiegen sie für weibliche Passagiere
doch einiges. Aber halt, sind Sie bereits unterwegs, dann dürfen die Rücksitze
nicht besetzt sein, sonst finden Sie keinen Platz für die Holme. Also schon
zuhause weg mit den Bügeln und die große Freiheit genießen, das
bedeutet aber auch, dass wenn Sie dann von einem Regenschauer erwischt werden,
dann lässt Sie der Pluriel sprichwörtlich im Regen stehen, also
sitzen.

Na ja, immerhin bietet Citroën
eine Plane an, unter der Sie und Ihr Pluriel Schutz suchen können. Das ist,
neben der recht umständlichen und nur mit viel Übung ohne
Bedienungsanleitung in der Hand vollziehbaren Prozedur, der einzige, aber nicht
zu unterschätzende Nachteil. Optisch macht der Pluriel auch komplett
gestrippt eine gute Figur. Das Auto wacht selbst darüber, ob Sie beim
Zusammenbau Fehler machen, so kann das Verdeck z.B. nicht versehentlich im
Kofferraum entrollt werden.
Uns hat es meist genügt,
mit den Dachholmen am Platz das Offenfahren zu genießen, zumal der Pluriel
keine B-Säulen hat, fährt man bei heruntergelassenen Seitenscheiben
auch so ganz schön offen. Mit den Holmen leidet natürlich die
Rundumsicht etwas, neben den recht dicken A-Säulen stören dann die
breiten C-Säulen.
Innenraum/Kofferraum Der
Pluriel hat sogar eine Heckklappe, die kann nach unten geklappt bis zu 100 kg
tragen und macht den Wagen mit umgelegten Rücksitzen sogar zu einer Art
Pick-Up, was aber natürlich bei uns in Deutschland streng verboten ist. Auf
der anderen Seite stört sie etwas beim Be- und Entladen, da man sich ganz
schön strecken muss, um alles aus dem Kofferraum zu holen.
Dazu lässt sich aber auch
das Heckfenster nach oben klappen, was die Sache merklich erleichtert. Je nach
Stellung der Rücksitze steckt der C3 Pluriel 266 bis 490 Liter (bis
Fensterunterkante) weg.
Vorne bietet der Pluriel auch
großen Passagieren ein gutes Unterkommen, hinten wird es da schon enger,
vor allem im Beinraum bleibt hinter einem 1,80 m Fahrer kaum Platz und große
Mitfahrer stoßen schnell mit dem Kopf am Dach an. Stein des Anstoßes
waren für uns auch die Kopfstützen. Zwar behindern die Bügel kaum
die Sicht, sind aber bretthart und nicht eben besonders kopffreundlich.
In der richtigen Reihenfolge
(erst Sitz, dann Lehne) bedient, merkt sich der Sitz auch die ursprüngliche
Position, von und nach hinten kommt man ganz passabel, wie rein und raus, der
recht hohe Hüftpunkt hilft beim bequemen Entern, die zur besseren
Steifigkeit deutlich verstärkten Längsträger machen das besonders
bei kleineren Passagieren wieder zunichte. Nicht ganz optimal platziert, weil
recht weit hinten, sind die Schalter für die elektrischen Fensterheber
hinten.
Die Sitze haben sich im
Laufe der Zeit etwas verbessert, sind nach wie vor ausreichend groß
dimensioniert und recht bequem, allerdings geben sie noch immer nur bedingten
Seitenhalt, vor allem im Bereich der Schultern ist es darum schlecht bestellt.
Nachdem sich bei unserem Testwagen nicht nur die Sitze in schwarzes Leder hüllen
sondern auch das gesamte Cockpit und die Türverkleidungen auf schwarzes
Material zurückgreifen, sorgen die in Wagenfarbe lackierten oberen Türelemente
- in unserem Fall also kräftiges Rot - für etwas Frische. In passendem
Rot erstrahlt auch der Schaltknauf, und hier haben sich wohl nicht nur wir an
der ringförmigen Manschette gestört, die allerlei Schmutz aufgesammelt
hat, das aktuelle Modelle hat wieder eine Ledermanschette.
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Eine kleine Designänderung
gab es beim Display in der Mitte oben auf dem Armaturenbrett hin zum Eckigen,
die runden Lüftungsschlitze bekamen bei unserem Modell einen breiten
Chromrand spendiert und auch die Instrumenteneinheit hinter dem Lenkrad wurde
optisch etwas aufgepeppt und der Drehzahlmesser hat jetzt auch einen roten
Bereich. Nach wie vor etwas weit unten sitzt die Bedieneinheit fürs gute
Klima, für Heizung und Lüftung.
Komfort/Fahrwerk/Bremsen Der
C3 Pluriel ist noch ein Franzose der alten Schule, legt seinen Schwerpunkt beim
Fahrwerk klar auf den Komfort, dazu passt dann auch das gut gepolsterte Verdeck,
das nicht nur das Wasser in der Waschstraße draußen lässt,
sondern auch gut die Geräusche wegfiltert.
So gleitet man offen wie
geschlossen komfortabel durch die Lande, nur grobes Kopfsteinpflaster setzt dem
Pluriel etwas zu. Die Lenkung arbeitet dazu passend angenehm leichtgängig,
für schnelles Fahren bietet sie etwas wenig Rückmeldung und durch die
leicht indirekte Auslegung verlangt sie bei schnellen Richtungswechseln nach
ordentlich Lenkarbeit. ESP ist bei unserem Testwagen serienmäßig an
Bord.
Auch wenn er nicht dafür
gemacht ist, kann man mit dem Citroën auch gern mal flotter um die Kurven
flitzen, der Wagen schiebt lange gutmütig über die Vorderräder,
je näher man dem Grenzbereich kommt, je stärker wird das Übersteuern,
generell legt sich der Pluriel ziemlich stark in die Kurven.
Durch die etwas weichere
Fahrwerksabstimmung taucht der Pluriel bei einer Vollbremsung vorne tief ein,
steht dank ABS mit elektronischem Bremskraftverteiler und Notbremsassistent und
Scheibenbremsen an der Vorderachse (hinten kommen leider nur Trommelbremsen zum
Einsatz) nach 42 Metern aus Tempo 100. Dabei wird automatisch die
Warnblinkanlage aktiviert.
Motor/Getriebe Wer
offen fährt, will zumeist nicht so schnell unterwegs sein, und da macht es
keine Probleme, dass der 1,4 Liter-Vierzylinder unter der Haube nur 54 kW / 73
PS leistet, aber wer gerne mal etwas flotter unterwegs ist, der wird den recht zähen
Motor bemängeln. Hinzu kommt, dass die Gänge des serienmäßigen
Fünfgang-Getriebes recht lang ausgelegt sind.
So muss man sich mit einer Topspeed von
164 km/h begnügen und für den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100
vergehen 13,9 Sekunden. Wesentlich störender ist allerdings, dass der Motor
schon bei 130 km/h auf der Autobahn recht gequält wirkt und ein
Zwischenspurt im fünften Gang von 80 auf 120 km/h bei Gegenwind schnell
mal fast 30 Sekunden dauern kann.
Wege und Führung des
Schaltgetriebes gehen soweit in Ordnung, vor allem beim Einlegen des fünften
Ganges haben wir immer wieder ein Stocken festgestellt. 6,5 Liter Super auf 100
km - der von uns auf der Normstrecke ermittelte Mix-Wert - ist für einen
solch kleinen Motor auch nicht mehr rekordverdächtig, reine Stadtfahrten
absolviert der Franzose mit 9,1 Litern, außerorts sind es 5,4 Liter Super.
Wer den Pluriel häufig schneller bewegt, kommt auch schnell auf 9 und mehr
Liter, der Motor erfüllt nur die Euro4 Norm und stößt im Mix 160
g/km CO2 aus.
Sicherheit Es
fahren keine Überrollbügel aus, wenn man sich mit dem Pluriel überschlägt,
dafür wurden die Sitzlehnen, die Kopfstützen und die A-Säule
verstärkt, wem das nicht genügt, der wird zumeist die Dachholme drauf
lassen.
Dass der Pluriel schon ein
wenig in die Jahre gekommen ist, merkt man auch daran, dass er nur vier Airbags
(Front- und Seitenairbags vorne) an Bord hat, dazu gibt es Gurtstraffer und
Gurtkraftbegrenzer für die Dreipunktgurte vorne sowie Isofix-Verankerungen
für Kindersitze hinten.

Ausstattung/Kosten Das
von uns gefahrene Modell der Cabrio-Limousine C3 Pluriel Charleston steht mit
21.790,- Euro in der Liste. Dabei ist es ebenso gut ausgestattet wie die
Top-Reihe Exclusive. ESP mit Antriebsschlupfregelung zählt genauso zur
Grundausstattung wie elektrisch bedien- und anklappbare Außenspiegel,
Fahrer- und Beifahrersitz in der Höhe verstellbar, el. Fensterheber,
elektrisches Faltschiebedach, Tempomat, Nebelscheinwerfer, zweifach
verstellbares Lederlenkrad, Radio-CD mit MP3, Alufelgen, Zweifarb-Lackierung,
Lederausstattung, Licht- und Regensensor sowie eine Klimaanlage.
Und damit haben wir nur die
wichtigsten Dinge genannt, die Ausstattung ist sehr umfangreich und so bleiben
nur wenige Dinge übrig, die Sie sich aus der Aufpreisliste herauspicken können.
So zum Beispiel zwei Spider-Pakete u.a. mit Persenning und Schutztaschen für
die Dachbögen für 185,- bzw. 265,- Euro, ein Windschott für 198,-
Euro, die Park-Control für 218,- Euro oder Alufelgen mit 205er Breitreifen
im 17 Zoll Format für 1.439,- Euro. Die Bluetooth-Freisprecheinrichtung ist
für den Charleston leider nicht zu bekommen.
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