Karosserie Optik
ist immer eine Frage des Geschmacks, und wie alle 1er von BMW ist vielen auch
der X1 etwas zu schmal geraten, oder ist die Niere irgendwie zu groß? Wie
auch immer, der X1 fällt auf, ist unverwechselbar und trägt allein
optisch schon mal ganz schön dick auf. Selbstbewusst streckt er seine Nase
in den Wind, die dynamischen Scheinwerfer werden von einer schwarz abgesetzten
Frontschürze unterstützt, an der vor allem der silbergraue Einsatz
den hohen Freizeit- und Offroad-Charakter zum Ausdruck bringt.

Dabei ist der kleine Bayer für
Matsch und Dreck ohnehin viel zu schade und auch zu nahe am Boden, aber es kommt
gut, wenn man so aussieht als ob, und der Allradantrieb hat reichlich andere
Vorteile für den X1 im Gepäck.
Dynamisch steigt die Gürtellinie
an, darüber schwingen sich die Seitenfenster nach hinten, die kleine
Dachreling unterstützt mit der kleinen Antenne und dem Heckspoiler den
unbestritten sportlichen Anspruch. Wie die schräg abfallende Heckscheibe
darunter, die schwarze Einfassung der Radläufe, die über die ebenfalls
schwarzen Seitenschweller Front und Heck harmonisch verbinden.
Neben den markanten Rückleuchten
mit LED-Technik hebt der silbergraue Einsatz in der Heckschürze den X1 aus
der Masse heraus, fast schon dezent schaut da ein dickes Auspuffrohr hervor.
Innenraum/Kofferraum Trägt
der X1 ein auch im Familien-Verbund ziemlich eigenes Kleid, kann und will er
innen seine Herkunft keinesfalls verleugnen. Typisch BMW vereint sich hier ein
Mix aus Hightech, Modernität, Sportlichkeit und hochwertiger Verarbeitung.
Und alle Elemente sind einem sofort vertraut, hat man schon mal in einem BMW
gesessen.

Das kleine dicke Lederlenkrad
ist griffgünstig ausgeformt und gibt den Blick frei auf die typischen
BMW-Instrumente, bei denen man nicht nur auf gute Ablesbarkeit sondern wie
gewohnt auch auf die symmetrische Ausrichtung mit parallel stehenden Zeigern
geachtet hat.
Meistens sind unsere
Testwagen mit tollen, aber auch teuren Ledersitzen bestückt, unser X1
wartete "nur" mit Stoffsitzen auf, aber auch die konnten vollauf
begeistern. Straff, bestens ausgeformt und mit verlängerbarer Beinauflage fühlt
man sich in Ihnen bestens eingepackt - daran hat natürlich die Tatsache maßgeblichen
Anteil, dass man bei den optionalen Sportsitzen auch die Seitenwangen verstellen
kann. Schick gelöst auch, wie der Stoff dann wieder in den Türverkleidungen
auftaucht. Beim Einstieg ist man fast etwas überrascht, wie tief man sitzt,
glaubt man doch in ein SUV zu steigen.
Das gelingt wie der Ausstieg
vorne wie hinten ganz bequem, in Reihe zwei stoßen die Füße
aber schnell mal beim Aussteigen an der B-Säule und der Türverkleidung
an. Das Platzangebot ist rundum gut, auch als 1,80 m Mensch sitzt man hinter
einem ebenso großen Fahrer noch ganz bequem, der Kopfraum ist ohnehin üppig.
Weit weniger komfortabel sitzt man hinten auf dem knochenharten Mittelsitz, die
individuelle Lehnenverstellung sorgt zumindest für die Außensitzenden
für noch mehr Komfort.
Prima ist dagegen wieder die
Dreiteilung der Rücksitzbank, deren Lehne einfach umzulegen ist mit ganz
leicht ansteigendem Boden den 420 Liter großen Kofferraum auf bis zu 1.350
Liter vergrößert. Und unter dem stabilen Boden steckt ein flaches
Zusatzfach mit praktischen Unterteilungen. Nicht nur für ein SUV ist die
Ladekante angenehm niedrig, die Stoßstange aber wie so oft ungeschützt.
Ab 1,85 m Körpergröße sollte man seinen Kopf schützen, oder
zumindest auf mögliche Anstöße an der Heckklappe achten.
Komfort/Fahrwerk/Bremsen Der
X1 kann mit einem typischen BMW-Fahrwerk aufwarten, das bedeutet in jeder Lage
einen guten Komfort, dem auch schlechte Straßen nur wenig anhaben können.
Aber das ist nur die eine Seite des Münchners, auf der anderen bietet er
eine Fahrdynamik, die jedem Sportwagen zur Ehre gereichen würde.
Der X1 ging nicht nur willig
und mit wenig Karosserieneigung um die Pylonen unseres Slalomtests, auch
ansonsten nimmt er schnelle Kurven 1a und völlig unbeirrt, dabei liegt er
ruhig und wie ein Sportwagen auf dem Asphalt. Daran hat neben dem Fahrwerk natürlich
auch der xDrive-Allradantrieb seinen Anteil.
Beim Sprint springt er förmlich
los, bringt seine Kraft optimal auf den Boden. Der variable Allrad-Antrieb
verteilt die Kraft immer genau dort hin, wo sie gebraucht wird. Und die diversen
elektronischen Helferlein wie Stabilitäts-, Traktions- und
Performance-Control sorgen u.a. durch gezieltes Beschleunigen oder Abbremsen
einzelner Räder für Spurtreue, enorme Kurvendynamik und natürlich
beste Traktion, was man beim X1 weniger im Gelände denn bei Nässe, Eis
und Schnee Tag für Tag auf der Straße genießen kann.
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Dazu gesellt sich die angenehm
straffe und herrlich direkte Lenkung, mit der man ein super Gefühl für
die Straße bekommt. Mit ihr lässt sich der X1 prima dirigieren und
zielgenau durch jede noch so enge Kurve zirkeln.
Da ist man gerne mal versucht,
flotter unterwegs zu sein, und dann ist es sehr beruhigend zu wissen, dass man
sich im Notfall auch auf die Bremsanlage verlassen kann, wobei wir jetzt einfach
mal die gute Dosierbarkeit und das schnelle Ansprechen voraussetzen.
Mit ABS, Bremsscheiben rundum,
elektronischer Bremskraftverteilung und Bremsassistent zeigt sich die Bremse vor
allem bei einer Notbremsung von ihrer besten Seite. Ohne nennenswertes
Quietschen oder ABS-Rubbeln kommt sie vehement zur Sache und staucht den X1 nach
kaum mehr als 35 Metern aus Tempo 100 auf Null. Und auch nach dem zehnten
Bremsversuch noch ohne Nachlassen der Bremswirkung.
Motor/Getriebe Da
braucht es sicher einen kräftigen Sechszylinder oder über 200
Diesel-PS unter der Haube, um die Vorteile der guten Traktion und die perfekte
Straßenlage voll ausnutzen zu können? Mit nichten, unser Testwagen
war mit dem 2 Liter Diesel mit 130 kW/177 PS verteilt auf vier Zylinder
ausgestattet, der zudem ein maximales Drehmoment von 350 Nm zwischen 1.750 und
3.000 U/min auf die Kurbelwelle schmeißt.
Der Common-Rail-Diesel läuft
nach dem Kaltstart dezent brummig, dann in jedem Bereich angenehm und nie
aufdringlich. Beim Sprint von Null auf Hundert springt er dank optimaler
Traktion am Start förmlich nach vorne, erreicht die 100er-Marke nach 8,4
Sekunden, muss sich hier aber schließlich dem heckgetriebenen Modell mit
0,3 Sekunden geschlagen geben - geschenkt.
Mit der Höchstgeschwindigkeit von
205 km/h wird der X1 ausreichend schnell, und selbst bei diesem Tempo liegt der
BMW ruhig und satt auf der Straße und auch die Motorgeräusche bleiben
sehr erträglich. Falls Ihnen das nicht reicht, schafft der X1 20d mit
optimierter Höchstgeschwindigkeitsabstimmung sogar 213.
Kombiniert ist der 20d mit
einem feinen Sechsgang-Schaltgetriebe, das in seiner Abstimmung perfekt mit dem
Motor harmoniert und - solange man die Gänge schnell wechselt - herrlich
knackig nur so durch die Kulisse flutscht, kurze und exakte Wege selbstverständlich.
Lässt man sich jedoch mit dem Schalten etwas Zeit, wird das Ganze sogleich
ein wenig holprig.
EfficentDynamics heißt
das Zauberwort bei BMW, mit dem man den Fahrzeugen derzeit maximale Sparsamkeit
anerziehen will. Maßnahmen wie Bremsenergie-Rückgewinnung, Auto Start
Stop Funktion und eine Schaltpunktanzeige stehen dabei zur Auswahl. Und damit
kommt ein X1 20d xDrive auf unserer Normstrecke auf einen Mixverbrauch von 5,7
Litern. Für die Stadt gibt BMW 7,0 Liter, außerorts 5,1 Liter an.
Ohne Allrad sind das in der Stadt bis zu 0,6 Liter weniger.
Der Turbolader mit variabler
Einlassgeometrie und Common-Rail-Direkteinspritzung kommt im Mix auf einen
CO2-Ausstoß von 153 g/km und schafft die Abgasnorm Euro 5.
Sicherheit Zur
Serienausstattung gehören natürlich höhenverstellbare Kopfstützen
und Dreipunkt-Automatikgurte auf allen Plätzen, dazu Front- und
Seitenairbags vorne sowie durchgehende Kopfairbags, adaptives Bremslicht und
Tagfahrlicht.

Ausstattung/Kosten Keine
Rose ohne Dornen - der BMW X1 20d xDrive steht mit 34.700,- Euro in der
Preisliste, können Sie auf den intelligenten Allradantrieb verzichten,
verzichtet Ihr Händler auf 2.000,- Euro.
Da ist dann alles dabei, was
man zum Autofahren braucht, also Zentralverriegelung, Servolenkung, Alufelgen,
Fahrer- und Beifahrersitz höhenverstellbar, Klimaanlage, Start-Stopp-Knopf,
Nebelscheinwerfer, el. Fensterheber rundum, Radio mit CD und 6 Lautsprechern,
Bordcomputer etc.
Wir müssen es aber immer
wieder erwähnen, alles was so richtig Spaß macht, den Komfort so
richtig in die Höhe treibt oder, oder ist nur gegen satte Aufpreise zu
haben, so die tollen Sportsitze für 580,- Euro, allein 1.250,- Euro sind für
die elektrische Sitzverstellung und 1.590,- Euro für die Lederpolsterung
hinzulegen. Für die Metallic-Lackierung sind weitere 660,- Euro fällig,
die Klimaautomatik kostet 560,- Euro, eine Einparkhilfe ab 450,- Euro, das
Kurvenlicht 410,- Euro, Xenonlicht 870,- und ein Navi kostet zwischen 1.840,-
und 3.680,- Euro.
Sogar für die
Deaktivierbarkeit des Beifahrerairbags müssen Sie 40,- Euro berappen. Das
schöne an der wirklich üppigen Aufpreisliste ist die Tatsache, dass
selbst das Fahrsicherheits-Training und sogar ein Winter- und
Rennstreckentraining nicht fehlen, auch wenn Sie dafür ggf. bis nach
Schweden und 3.300,- Euro auf den Tisch blättern müssen - und der Flug
kommt dann auch noch dazu.
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