Karosserie Wie
schon der MiTo, findet auch die Giulietta ihren Designursprung im Alfa Romeo 8 C
Competizione und begeistert mit viel Stil, Raffinesse und sportlichem Flair.

Das sogenannte Scudetto glänzt
nicht nur in schickem Chromlook sondern scheint förmlich zu schweben und
verbindet die dynamisch gezeichnete Motorhaube mit dem sportlich geschnittenen
Stoßfänger und deren große Lufteinlässe. Das Kennzeichen
musste hierfür in typischer Alfa-Manier zur Seite weichen.
Doch es ist nicht nur der Kühlergrill
der unseren Blick auf sich zieht, da wären auch die großen dynamisch
geformten Scheinwerfer mit dem schicken Tagfahrlicht in Form von vier
LED-Leuchten. Geduckt und schnittig wie ein Coupé präsentiert sich
die Seitenlinie, die in der C-Säule versteckten hinteren Türgriffe
unterstreichen diese Optik. In einem dezenten Dachspoiler läuft die schick
abfallende Dachlinie aus.
Einen gelungen Abschluss findet
das Fahrzeug im breiten, kraftvollen Heck. Neben dem schwarz abgesetzten, in
Diffusoroptik gehaltenen Stoßfänger, sind es vor allen Dingen die Rückleuchten
mit ihrer verspielten LED-Technologie die auffallen und die Giulietta
unverwechselbar machen.
Die schmalen Fensterpartien
rundum und die damit verbundenen breiten Säulen schränken allerdings
die Rundumsicht erheblich ein, nun ja, Schönheit hat nun mal Ihren Preis.
Innenraum/Kofferraum Der
italienisch sportive Look findet im Interieur seine Fortsetzung. Vom komplett
neu gestalteten, geschwungenen Armaturenträger über die moderne, glänzend
schwarz unterlegte Audioeinheit, die wiederum eckigen Kippschalter mit denen
sich u.a. das Stopp-/Start-System, die Nebelscheinwerfer sowie - rückleuchte
steuern lassen und die großen, runden, silberfarben eingefassten
Drehregler für die Klimaeinheit wie auch die Rundinstrumente in Röhrenoptik
inkl. Infodisplay bis hin zum schicken Wahlhebel für das Fahrdynamiksystem
auf der Mittelkonsole nahe des Schalthebels ... jedes einzelne Teil strahlt
Sportlichkeit aus.

Wenn auch das Gesamtbild zunächst
etwas gewöhnungsbedürftig wirkt, fast wahllos zusammengewürfelt
und gar nicht so recht wie aus einem Guss auftritt, finden wir dann nicht nur
dank der intuitiven Bedienung und guten Erreichbarkeit doch Gefallen daran. Der
etwas groß ausgeführte Pralltopf des Dreispeichenlenkrads will aber
dennoch nicht in das knackige Cockpit-Bild passen. Ansonsten ist das Volant mit
Velours und Glattleder ummantelt sehr angreiffreundlich.
Das optionale Navigationssystem
fährt in Form eines 6,9 Zoll großen Bildschirms aus dem
Armaturenbrett aus und informiert zudem über das serienmäßige
Fahrdynamiksystem "Alfa Romeo D.N.A.", den Bordrechner oder die
aufpreispflichtige Freisprechanlage Blue&Me.
Die Sitze sind sportlich,
knackig und straff, an sich ganz nach unserem Geschmack, schicke Ziernähte,
das eingenähte Alfa-Emblem sowie diverse Stoffvariationen oder die edle
Lederausführung untermalen diesen Eindruck auch optisch. Doch sobald es an
die manuelle Sitzverstellung geht, büßt die Giulietta dieses positive
Gesamtbild leider wieder ein. Während die Längsverstellung noch in
Ordnung geht, ist es der Drehregler für die Justierung der Lehne, der uns
wirklich enttäuscht und nervt. Selbst zierliche Frauenhände tun sich
sehr schwer, zudem drückt die Gurtbefestigung dabei schmerzlich auf den
Handrücken.
Während wir vorne auch als
Großgewachsener bequem sitzen, wird es hinten - wie bereits die Silhouette
erahnen lässt - etwas enger. Dennoch können wir auch als 1,80 Meter
Passagier hinter gleich großem Fahrer Platz nehmen. Bein- und gerade die
Kopffreiheit ist dann jedoch ausgeschöpft. Auf das Haupt sollte man ohnehin
beim Ein- und Ausstieg achten, hier stößt man gerne einmal an.
Alfa Romeo steht seit je her für
emotionales, schickes Design, rassigen Fahrspaß und heiße Motoren.
Einen Lademeister wollten die Italiener auch dieses Mal nicht auf die Räder
stellen, dennoch bietet die Giulietta mit 350 Litern Stauvolumen spürbar
mehr Raum als der 147 und erreicht nun das Niveau eines VW Golf. Dank der im
Verhältnis 60:40 geteilt umklappbaren Rückbank lässt sich dieses
Ladevolumen auch weiter vergrößern. Um diesen Stauraum zu nutzen muss
jedoch eine recht hohe Ladekante überwunden werden.
Komfort/Fahrwerk/Bremsen Mit
der Giulietta wird auch die völlig neue C-Segment-Plattform eingeführt.
Mit neu konstruierten Radaufhängungen, modernen Leichtbau-Materialien und
einem Lenksystem neuester Generation hat Alfa Romeo so einiges verbessert und
erreicht vorbildlichen Fahrkomfort.
Doch seine wahre Stärke
liegt auf der Seite der Dynamik - und nichts anderes haben wir erwartet. Dennoch
waren wir positiv vom gebotenem Komfort und dem Umgang mit schlecht ausgebauten
Straßen überrascht.
Jetzt wollen wir aber endlich
den D.N.A.-Schalter auf "D" einloggen. Nun, es handelt sich dabei um
die serienmäßige Fahrdynamikregelung "Alfa Romeo D.N.A.",
die wir bereits im MiTo kennen und vor allen Dingen lieben gelernt haben.
Mit den drei zur Wahl stehenden
Setup-Programmen "Dynamic", "Normal" und "All Weather"
nimmt das System Einfluss auf Motor, Lenkung, Getriebe und das Sperrdifferenzial
"Electronic Q2" sowie der dynamischen Stabilitätskontrolle VDC,
hierzu muss einfach nur ein Schalter in der Mittelkonsole betätigt werden.
Der Unterschied ist umgehend spürbar,
die angenehm straffe und direkte Lenkung wird noch knackiger und exakter und das
Fahrzeug spricht viel schneller an, das Drehmoment beim 1.4 TB MultiAir steigt
z.B. von 230 auf 250 Nm an. Zudem wird die "Pre Fill"-Funktion der
Bremsen aktiviert, was für ein ebenso schnelleres Ansprechverhalten wie
verkürzte Bremswege sorgt. Ein hervorragendes und spielerisches Handling in
Kurven ist garantiert und macht süchtig auf mehr "Giulietta".
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Schön auch, dass einem das
VDC im "Dynamic"-Modus mehr Freiraum lässt, denn im Normal-Modus
greift es uns teilweise zu früh ein. Im "All Weather"-Modus
dagegen wird das System noch früher aktiv. Was bei rutschigen Straßenbedingungen
allerdings von Vorteil ist und für besseren Grip, mehr Stabilität und
Sicherheit sorgt.
In kritischen Situationen
profitieren wir ebenfalls vom Lenkassitent DST (Dynamic Steering Torque), dem
Antiblockiersystem (ABS), der Antriebschlupfregelung (ASR), der
Differenzialsperre "Electronic Q2", einer Motorschleppmomentregelung
(MSR), Kurvenbremskontrolle (CBC), dem Bremsassistent (HBA) wie auch der
Berganfahrhilfe "Hill-Holder".
Verlassen konnten wir uns beim
Ausritt mit dem Mailänder auch auf die Bremsanlage, die in allen Versionen über
Scheibenbremsen rundum, wobei vorn innenbelüftet, sowie schwimmend
gelagerte Bremssättel verfügt. Der später folgende "Quadrifoglio
Verde" ist zudem mit breiteren Bremsscheiben und rot lackierten
Aluminium-Festsättel des Bremsenspezialisten Brembo ausgestattet. Wer die "Giulietta
Turismo"-Ausstattung ordert, kann diese Anlage auch optional aufrüsten.
Motor/Getriebe Zum
Verkaufsbeginn am 19. Juni stehen dem Kunden zwei Turbobenziner sowie zwei
Turbodiesel zur Wahl, dessen Leistungsspektrum sich dabei von 88 kW / 120 PS bis
125 kW / 170 PS erstreckt. Alle Motoren sind mit einem Stopp-Start-System
kombiniert und erfüllen die Euro5-Norm. Zwei weitere Motorvarianten u. a.
die 235 PS starke Topmotorisierung Quadrifoglio Verde sowie ein
Doppelkupplungsgetriebe werden noch in diesem Jahr folgen.
Als wahres Sahnestück präsentiert
sich derzeit der 1.4 TB MultiAir. Der Turbobenziner bestückt mit 125 kW /
170 PS erreicht dank der neuen MultiAir-Technologie eine deutliche
Leistungssteigerung bei spürbar niedrigerem Verbrauch. So sind im Schnitt
5,8 Liter auf 100 Kilometer möglich, zudem erreicht das sportliche Aggregat
einen CO2-Ausstoss von 134 g/km. Werte, die für ein Fahrzeug das in 7,8
Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigt und eine Topspeed von 218 km/h
erreicht, ein absolut attraktives und vorbildliches Resultat. Dennoch sollte man
sich bewusst sein, wer den Motor reizt, gönnt sich gut und gerne sieben
Liter - und mehr.
Und der Turbobenziner ist
einfach zu verlockend, gerade wenn der "Dynamic"-Modus aktiviert ist
und das Drehmoment auf 250 Nm ansteigt. Nach einem kurzen Zögern zieht er
ab 2.000 Touren vehement und spritzig los und dreht wunderbar kernig weit aus.
Alfa Romeo bietet die Giulietta zunächst mit einem knackig kurz geführten
6-Gang-Schaltgetriebe an, dass ganz den italienischen Flair unterstreicht.
Sicherheit Bei
der Konstruktion der neuen Plattform wurde die passive Sicherheit u.a. durch zusätzliche
Lastpfade und weitere Längsträger weiter verbessert. Des weiteren
wurden im Inneren des Fahrzeugs Zweistufen-Frontairbags, von vorn nach hinten
durchgehende Kopfairbags und Seitenairbags in den Vordersitzen sowie
Dreipunkt-Sicherheitsgurte auf allen Plätzen verbaut, wobei an den vorderen
Sitzen auch doppelte Gurtspanner und Gurtkraftbegrenzer vorhanden sind.
Aktive Kopfstützen mit
weiterentwickeltem Schleudertrauma-Schutz und ISOFIX-Kindersitzbefestigungen,
eine Sicherheitspedalerie sowie -lenksäule gehören ebenfalls zum
serienmäßigen Sicherheitspaket.

Ausstattung/Kosten Die
zur Verfügung stehenden Motorisierungen sind stets mit zwei
Ausstattungsversionen "Giulietta" und "Giulietta Turismo"
kombinierbar. Wenn auch der Grundpreis mit 19.900,- Euro etwas höher
angelegt ist, so hat gerade der VW Golf - an dem sich nun mal jedes Fahrzeug in
diesem Segment messen muss -ausstattungsbereinigt deutlich das Nachsehen.
Denn der Mailänder verfügt
bereits in der Grundversion "Giulietta" über alle bereits
genannten Assistenz- und Sicherheitssysteme wie auch das tolle D.N.A.-Fahrwerk.
Zudem sind elektrische Fensterheber vorne, eine Klimaanlage, die asymmetrisch
geteilt umklappbare Rücksitzbank und das Start&Stopp-System inklusive
Schaltpunktanzeige im Preis enthalten.
Die Ausstattungslinie "Giulietta
Turismo" startet ab 21.700 Euro und bietet aufbauend auf die
Einstiegsversion zusätzlich nicht nur eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik oder
eine Audioanlage mit CD-/MP3-Player und sechs Lautsprechern. Nein, auch ein
Leder-Lenkrad und -Schaltknauf, Sitzbezüge in der hochwertigen Stoffqualität
"Competizione", eine Fahrgeschwindigkeitsregelung, ein
Multifunktionsdisplay mit grafischer Anzeige des D.N.A.-Status und der
Schaltpunktanzeige "Gear Shift Indicator" sind auch mit dabei.
Fensterrahmen mit "Chrome-Line",
Nebelscheinwerfer und 16-Zoll-Leichtmetallräder im Design "Sport"
heben diese Version außen, sowie "Magnesium Grey"-Einsätze
in den Türen und an der Mittelkonsole innen optisch ab. Noch attraktiver
wird das Fahrzeug mit den zwei optionalen Sportpaketen die für den "Giulietta
Turismo" erhältlich sind.
Das "Sportpaket 1"
bestehend aus einem Sportfahrwerk, 17-Zoll-Leichtmetallrädern im Style "Sport
1", Seitenschwellern sowie Scheinwerferrahmen und Außenspiegeln in
mattierter Aluminium-Optik wie auch abgedunkelten Scheiben sorgt nicht nur beim
Exterieur für den gewissen Schick. Im Inneren sind die Armaturen sowie der
Dachhimmel und -säulen in schwarz gehalten, die Mittelkonsole und Türeinsätze
mit gebürstetem Alu veredelt, das Sportlenkrad sowie der Schaltknauf mit
Leder bezogen und mit roten Nähten versehen. Die Sportpedale aus Aluminium
wollen wir an dieser Stelle auch nicht vergessen.
Noch ein Sahnehäubchen
mehr setzt das "Sportpaket 2" drauf, das zusätzlich
18-Zoll-Leichtmetallräder im Look "Superclassic",
Einstiegsleisten mit Edelstahleinsatz sowie Sitzbezüge im Exklusiv-Leder "Venere"
mit Einlagen im "Cannelloni"-Stil und roten Nähten beinhaltet. Außerdem
finden Sie in der Preisliste ein attraktives Premium- sowie ein Sichtpaket,
diverse Features sind selbstverständlich auch als Einzeloptionen erhältlich.
Das noch in diesem Jahr
folgende Topmodel "Quadrifoglio Verde" befeuert von 235 PS wird dann für
28.300,- Euro erhältlich sein und beinhaltet neben dem "Sportpaket 1",
eine Sport-Bremsanlage von Brembo mit rot lackierten 4-Kolben-Monoblock-Festsätteln
vorne, ein Sportfahrwerk mit um 20 Millimeter reduzierter Fahrzeughöhe,
17-Zoll-Leichtmetallräder im "Sportclassic"-Design und
Multifunktionstasten am Lenkrad.
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