![]() |
![]() |
![]() |
Fahrwerks-Workshop
SEAT Ein neuer Arbeitstag bricht an ... doch wir merken schnell, hier und heute wird die Arbeit zum Vergnügen. Seat hatte eine ausgewählte kleine Schar an Motorjournalisten an den Hockenheimring zum Fahrwerksworkshop eingeladen, um die neuen Fahrwerke der Ibiza-Generation 08/09 zu erfahren. Auf dem Plan standen dabei neben einem knackig-kurzen Theorie-Teil verschiedene Disziplinen wie Elch-, Slalom- und Bremstests sowie ein paar Runden auf dem Grand-Prix-Kurs des Hockheimrings. Ob Ibiza Drei- oder Fünftürer, das auf Wunsch erhältliche Agilfahrwerk steht optional beiden und das auch in allen Ausstattungen zur Wahl, für die Sport-Version sogar ohne Aufpreis. Ansonsten nehmen Sie mit dem serienmäßigen Komfortfahrwerk vorlieb, wobei unserer Meinung nach der Name "Komfortfahrwerk" nicht wirklich zutrifft. Nicht dass der Ibiza damit keinen Komfort bietet würde, aber wie von Seat gewohnt steht auch hier Agilität einfach im Vordergrund, und darüber sind sicher nicht nur wir froh! Aber zurück zum Sportfahrwerk. Seine sportliche Abstimmung verfügt über eine 25 Prozent höhere Federsteifigkeit und einen stärkeren Stabilisator. Der Hinterachsquerträger wurde um 15 Prozent versteift, die Hinterachslager modifiziert und die Lenkung noch ein Tick dynamischer abgestimmt. |
![]() |
![]() |
Das Fahrwerk ist bewusst sportlich ausgelegt, wer jetzt jedoch "Sportlichkeit" mit "unnötiger Härte" abtut, irrt sich. Es ist zwar schön straff, aber nicht störend hart, sondern einfach nur vorbildlich agil, vermittelt einen sehr guten Fahrbahnkontakt, ein tolles Fahrgefühl, ist gutmütig und spielerisch zu handeln. Der Ibiza 2008 wurde auf einer völlig neuen modularen Plattform aufgebaut und profitiert nicht zuletzt von den vielen Erfahrungen und den zahlreichen Erfolgen die SEAT im Motorsport erlangte. Die neuen Achskörper, die breitere Spurweite, der verlängerte Radstand und die Vergrößerung der Raddurchmesser - alles Veränderungen, die das Agil-Fahrwerk so gut machen. Jetzt kommt der Ibiza auch auf 15- statt wie bisher 14-Zoll-Felgen daher. 17-Zoll-Felgen mit Reifen der Größe 215/40 R17 können natürlich auch aufgezogen werden. Der Antrieb erfolgt wie gehabt über die Vorderräder, deren Achse ist eine McPherson-Konstruktion mit einem Hilfsrahmen, zwei gewichtsparenden Feder-Dämpferbeinen und Federlenkern/Querlenkern. Im Vergleich zum Vorgänger-Fahrwerk; das noch aus drei Teilen bestand, ist es nun nur noch einteilig; was zusätzlich Gewicht spart. Stets serienmäßig mit an Bord ist die neueste Generation des ESP-Steuergerätes Bosch 8.2.i, das sich nun aber nicht mehr deaktivieren lässt. |
![]() |
![]() |
Mit diesem System verbunden sind außerdem: das Antiblockiersystem (ABS), die elektronische Bremskraftverteilung (EBV), zwei elektronische Differentialsperren (EDS) an den Vorderrädern, die Motorschleppmomentregelung (MSR), der hydraulische Bremsassistent (HBA), die Reifendruckkontrollanzeige (RKA) und der Berganfahrassistent (Hill Hold Control / HHC) sowie die Antriebsschlupfregelung ASR. Wobei sich letztere mittels Tastendruck noch abschalten lässt, die ESP-Funktion bleibt allerdings auch dann weiterhin aktiv. Somit konnten wir nur mittels einer speziell präparierten Ibiza-Variante den deutlichen Unterschied zwischen mit und ohne ESP erfahren. Das ESP greift beim Elchtest mit Tempo 70 spürbar aber dennoch sicher ein und hält das Fahrzeug optimal auf Kurs. Die Lenkung ist präzise, angenehm straff und erfordert auch im knackigen Slalom keinen großen Kraftaufwand, lenkt zielgenau ein und passt sehr gut zum Gesamt-Charakter des Fahrzeugs. Ebenfalls keine Spur von Schwäche zeigte der Ibiza beim wiederholten Bremstest. Mit großen Bremsscheiben rundum, vorn innenbelüftet, spricht er bereits auf leichten Tritt gut an und packt wenn gefordert ordentlich zu und das mit nur einem dezenten Quietschen und ABS-Rubbeln. Das Sportfahrwerk taucht im Gegensatz zur Basisversion noch einen Hauch weniger ein und wippt nicht nach. Zudem wurde die "Bremse" um Funktionen wie den bereits erwähnten Berganfahrassistent oder den Notbremswarnblinker erweitert. |
![]() |
![]() |
Unser Fazit: Was bereits der Ibiza mit dem Komfortfahrwerk bravourös meistert, macht er mit dem Sportfahrwerk einfach noch eine Portion besser und vermittelt noch mehr Fahrspaß als ohnehin schon, ist absolut agil und bietet dennoch guten Restkomfort. Mit dem Seat Ibiza SC und dem Agil-Fahrwerk haben wir uns auf dem Hockenheimring richtig wohl gefühlt, leider waren die wenigen Runden die wir drehen durften viel zu schnell vorbei ... eine kleine Entschädigung gab es allerdings noch, denn wir kamen auch in den Genuss eines ganz speziellen Fahrwerks. Dabei handelte es sich nicht um einen Ibiza sondern vielmehr um den Rennboliden Leon Supercopa in Form eines Renntaxis mit Nico Bastian am Steuer, aber SEAT ist SEAT ;-) Neben Sound und Beschleunigung machten vor allem die sehr späten und ausgesprochen brachialen Bremsmanöver mächtig Eindruck. Am 24. April 2009 geht es wieder los mit der Rennserie Seat Leo SUPERCOPA, den wir Ihnen an dieser Stelle wie auch eine Fahrt mit dem Renntaxi über den Hockenheimring nur wärmstens ans Herz legen möchten. |
![]() |