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Mercedes-Benz TecDay

Mercedes gewährte uns beim aktuellen TecDay "Real Life Saftey 2008" nicht nur ein Blick auf zahlreiche neue Sicherheits-Innovationen mit denen Mercedes-Benz im Jahr 2009 an den Start gehen wird, sondern zeigte uns die neue - wenn auch noch virtuelle - E-Klasse.

Leider war es uns strengstens untersagt ein Foto zu machen oder eine Zeichnung davon anzufertigen, daher müssen wir Sie an dieser Stelle leider noch bis Anfang nächsten Jahres vertrösten, denn erst dann feiert die Limousine auf der Detroit Motorshow Weltpremiere. Aber immerhin, dürfen wir "jetzt" schon davon berichten, was die zukünftige E- und S-Klasse an Sicherheit zu bieten haben wird, und das ist schon einiges.

Soviel sei aber jetzt schon verraten, die neue E-Klasse wird mehr als nur ein Facelift, ist deutlich kantiger und sieht uns künftig mit eckigen Vier-Augen-Scheinwerfern an. Auch die Rückansicht präsentiert sich vollkommen neu, ebenfalls schnittiger aber irgendwie noch etwas fremd für einen Mercedes. Alles in allem wirkt sie deutlich mächtiger, wuchtiger und kantiger, von den weichen Rundungen, sanften Linien und den rundlichen Scheinwerferzügen war nichts mehr zu sehen.

So viel dazu, arbeiten wir uns nun durch die umfangreichen Sicherheits-Features, Assistenz-Systeme und Verbesserungen, die wir an diesem Tage nicht nur theoretisch sondern auch in der Praxis erfahren durften.

Mercedes-Benz war vor 40 Jahren einer der ersten Automobilhersteller der Unfallforschung betrieben hat und feiert seither Erfolge und zahlreiche Weltpremieren. Seit 30 Jahren präsentieren man uns nun die unterschiedlichsten Assistenz-Systeme, heute ist es ein regelrechtes Feuerwerk.

Neue Scheinwerfer- und Nachtsichtsysteme
Wen stört es nicht, bei Nacht ständig das Fernlicht an- und ausschalten zu müssen? Erfreulicherweise schafft Mercedes mit dem neuen Fernlicht-Assistent Abhilfe.

Dieser Assistent regelt das Licht adaptiv und je nach Verkehrssituation. So wird das Fernlicht bei entgegenkommenden oder vorrausfahrenden Fahrzeugen in weichen Übergängen bis zum kompletten Abblendlicht reduziert oder eben wieder aufgedreht, die Reichweite des Lichts reicht von 65 Meter bis zu 300 Meter, zusätzlich kann dieBreite des Lichtkegels variieren.

Doch dieser Fernlicht-Assistent ermöglicht nicht nur ein "schaltfauleres" Fahren, sondern erhöht auch die Sicherheit. Zum einen kann der Fahrer sich besser konzentrieren, ist nicht durch das ständige Hebel betätigen abgelenkt, hat eine verbesserte Sicht mit höchstmöglicher Ausleuchtung und andere Fahrzeuge werden nicht mehr geblendet. Der Adaptive Fernlicht-Assistent arbeitet ab 55 km/h.

So können Sie eigentlich beim Kauf des Fahrzeugs, den Fernlicht-Assistent aktivieren und müssen nie wieder den Schalter betätigen. Aber natürlich besteht jederzeit die Möglichkeit diesen wieder zu deaktivieren und manuell ins Geschehen einzugreifen.

Desweiteren sorgt das Intelligent Light System mit verschiedenen Bi-Xenon-Lichtfunktionen für den richtigen Durchblick, da wäre neben dem Landstraßenlicht außerdem ein Autobahnlicht, erweitertes Nebellicht, aktives Kurvenlicht und ein Abbiegelicht zu erwähnen. Das ILS passt sich über Sensoren der Fahrsituation an und sorgt für die perfekte Ausleuchtung.

So tritt z. B. das Landstraßenlicht an die Stelle des herkömmlichen Abblendlichts. Ab einer Geschwindigkeit von 90 km/h schaltet sich automatisch das Autobahnlicht ein und vergrößert die Sichtweite des Autofahrers um bis zu 60 Prozent. Ab 110 km/h steht die zweite noch stärkere Stufe parat, die Reichweite beträgt nun rund 120 Meter.

Das erweiterte Nebellicht ist unterhalb von 70 km/h aktiv, sobald die Nebelschlussleuchte eingeschaltet wird.

Nachtsicht-Assistent Plus
Der Nachtsicht-Assistent an sich ist nichts neues, den haben wir bereits im Jahr 2005 in der S-Klasse erfahren dürfen.

Zwei separate Scheinwerfer beleuchten die Fahrbahn mit unsichtbarem und damit blendfreiem Infrarotlicht. Eine auf dieses Licht spezialisierte Kamera an der Frontscheibe nimmt das Geschehen vor dem Auto auf und überträgt das Bild auf ein Display in der Instrumententafel. Hier erscheint eine Graustufen-Darstellung der Szene, sodass der Autofahrer Fußgänger, Radfahrer oder Hindernisse auf der Fahrbahn frühzeitig erkennen kann.

So war es zumindest bisher, doch nun erkennt das Fahrzeug mittels Fußfänger-Detektion besagte Fußfänger wenn sie stehen oder aufrecht gehen und markiert diese zusätzlich im Display. So fallen sie einem noch besser ins Auge und man kann schneller reagieren.

Attention-Assist
"Sekundenschlaf" ist tückisch und wird gerne unterschätzt. Auch diesem Thema hatsich Mercedes ausgiebig gewidmet.

Herausgekommen ist der Attention Assist, er beobachtet das Fahrverhalten und erstellt zu Beginn jeder Fahrt ein individuelles Fahrerprofil, das ständig mit aktuellen Sensordaten verglichen wird. Diese permanente Beobachtung ist nötig, um den gleitenden Übergang des Fahrers vom Wachzustand zur Ermüdung/zum Schlaf zu erkennen. Zudem wird die Lenkbewegung, Blinker- und Pedalbetätigungen sowie bestimmte Bedienhandlungen und äußere Einflüsse wie Seitenwind oder Fahrbahnunebenheiten überwacht. Das System ist zwischen 80 und 180 km/h aktiv.

Die Warnung erfolgt dann durch ein akustisches Signal und eine Displayanzeige im Kombi-Instrument: "ATTENTION ASSIST. Pause!" die unmissverständlich darauf hinweist, anzuhalten und eine Pause zu machen.

Spurhalte-Assistent
Eine Kamera kommt auch beim folgenden Spurhalte-Assistent zum Einsatz.

Sie erkennt Fahrbahnmarkierungen und informiert den Fahrer mit einem elektronischen Steuergerät, wenn der Wagen die Fahrspur ungewollt verlässt oder eine Markierung überfährt. Das Lenkrad warnt den Fahrer dann mit einer sehr dezenten Vibration, diese könnte für unseren Geschmack gerne stärker ausfallen.

Die Warnung erfolgt nicht, wenn der Fahrer vor einem Überholvorgang oder beim Auffahren auf die Autobahn beschleunigt, wenn er stark bremst, in eine Kurve lenkt oder den Blinker betätigt.

Geschwindigkeitslimit-Assistent
Dieses Assistenzsystem informiert und erinnert den Autofahrer an das jeweils gültige Tempolimit, je nach Einstellung leuchtet die km/h-Begrenzung für fünf Sekunden auf oder erscheint solange, bis wieder freie Fahrt erlaubt ist oder ein anderes Tempolimit gilt.

Die Kamera überwacht stets runde Geschwindigkeits- und Ortsschilder, das erkannte Tempolimit wird mittels Symbol direkt beim Vorbeifahren am Verkehrsschildes im Kombi-Instrument angezeigt.

Auch eingeschränkte Geschwindigkeitsbegrenzungen, wie z. B. bei Nässe erkennt das System, übermittelt dieses allerdings nur als eingeschränktes Tempolimit.

Totwinkel-Assistent
Der tote Winkel wird gern zur Falle, dem soll folgender Assistent Abhilfe schaffen.

Nahbereichs-Radarsensoren erkennen jederzeit Fahrzeuge, die sich neben und hinter dem eigenen Wagen befinden und wenn ein anderes Fahrzeug sich im "toten Winkel" versteckt, wird der Fahrer durch ein rotes Dreieck im Außenspiegel gewarnt. Übersieht dies der Autolenker und betätigt den Blinker um die Spur zu wechseln, ertönt zusätzlich ein Warnsignal.

DISTRONIC PLUS
Dieses System ist uns bereits bestens bekannt und wird wie gehabt übernommen.

Was das ist? Nun hierbei handelt es sich um einen Abstandsregel-Tempomat der bis Tempo 200 arbeitet und das Fahrzeug im gewählten Abstand zum Vordermann hält und je nach Situation bremst und wenn nötig das Fahrzeug auch zum Stillstand bringt. Bei zu raschem Abstandsabbau warnt das System zusätzlich akustisch.

Der damit verbundene Bremsassistent PLUS ermöglicht eine geregelte Zielbremsung und erhöht - falls erforderlich - die Bremskraft bis zur Vollbremsung, egal wie wenig der Fahrer die Bremse betätigt.

Pre-Safe und Pre-Safe Bremse
Unachtsamkeit ist eine der häufigsten Unfallursachen. Hier kommt PRE-SAFE zum Einsatz: Droht ein Unfall, wird der Fahrer optisch und akustisch gewarnt, etwa 1,6 Sekunden vor dem nahenden Crash nimmt das System eine autonome Teilbremsung vor und verzögert das Fahrzeug so mit rund 40 Prozent der maximalen Bremsleistung. Bremst der Fahrer nun, steht die maximale Bremskraft zur Verfügung, auch wenn das Pedal nicht ganz oder nur schwach getreten wird.

Soweit war uns dieses Vorgehen vertraut und bereits aus dem Hause Mercedes bekannt. Nun gehen die Schwaben mit der PRE-SAFE Bremse einen Schritt weiter. Reagiert der Fahrer auch nach der selbstständigen Teilbremsung und der Warnung nicht, aktiviert die PRE-SAFE-Bremse rund 0,6 Sekunden vor dem nunmehr unvermeidbaren Aufprall die maximale Bremsleistung. Ein Crash kann damit zwar nicht verhindert werden, aber die Aufprallschwere wird durch diesen Vorgang um ein vielfaches reduziert.

Fußgängerschutz
Beim Zusammenstoß wird die Motorhaube der neuen E-Klasse im hinteren Bereich blitzschnell um 50 Millimeter angehoben. Somit wird der Deformationsraum vergrößert und das Verletzungsrisiko für den Fußgänger vermindert. Hinzu kommen drei Aufprallsensoren sowie spezielle, durch starke Federn vorgespannte und arretierte Motorhaubenscharniere.

Wird dies jedoch bei einer anderen Kollision, z.B. durch einen Parkrempler ausgelöst, kann der Kunde die Haube ohne großen Aufwand selbst in den Ausgangszustand zurückstellen, ein teurer Werkstatt-Besuch ist damit nicht erforderlich.

Insassen-Schutz
Auch hier gibt es Weiterentwicklungen zu verbuchen, an dieser Stelle möchten wir aber nur den Palves-Airbag für den Beckenbereich und die optionalen adaptiven Gurtkraftbegrenzer im Fond erwähnen.

Ansonsten übernimmt das System wie gehabt weitere Maßnahmen, um die Insassen beim Crash bestmöglich zu schützen. So werden bei einem drohenden Crash die Seitenfenster und das Schiebedach geschlossne, die Gurte vorn straff gezogen und die Rückenlehnen der Vordersitze in eine aufrechte Position gebracht.

Damit macht die Sicherheit einen weiteren Schritt nach vorne, uns bleibt da nur noch übrig, Ihnen eine allzeit unfallfreie Fahrt zu wünschen und dass Sie nie auf die Hilfe der elektronischen Engel angewiesen sind.

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