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Toyota - Allrad-Erlebnistag

Wir waren einer Einladung von Toyota gefolgt und haben auf einem eigens angelegten Offroad-Parcours bei Bad Kissingen der Allradpalette von Toyota, also allen voran dem Urgestein Land Cruiser, dem Pick-up Hilux, natürlich dem RAV 4 und auch dem Allround-Transporter Hiace mal so richtig auf den Zahn gefühlt und dabei mehr als nur einen schönen Tag erlebt.

Auch wenn der RAV4, wie auch der Hiace, mit Allradantrieb ausgestattet sind, haben wir uns diese beiden Modelle "onroad" näher angesehen, mit dem zu den Offroad-Pionieren zählenden Toyota Land Cruiser wie auch mit dem Hilux konnten wir uns dann im richtigen Gelände austoben. Ob tiefe Schlammlöcher, extreme Steigungen und Gefälle, Buckelpisten, oder Wassergräben, die zwei Offroader haben stets eine gute Figur gemacht und uns viel Fahrspaß bereitet.

Dabei gab es durchaus einige Streckenabschnitte, die einigen Kollegen mehr als eine Schweißperle auf die Stirn getrieben haben und die andere wiederum gar nicht unter die Räder nehmen wollten. Auch ich habe mich teilweise nur deswegen in die Schlammschlacht geworfen, weil uns die Instruktoren mit gelassener Mine erklärt haben: "Das geht schon, nur Mut, die Autos packen das!"

Letzter Höhepunkt war dann ein - nein - "kein" Toyota, sondern ein 7,5 Tonner, den man allenfalls mal bei der Bundeswehr oder dem Technischen Hilfswerk zu sehen, geschweige denn aber unter den eigenen Hintern bekommt. Für ihn gab es dann selbst abseits der ausgesteckten Pfade kein Halten.

Toyota Hiace
Der Hiace gehört eigentlich in die Rubrik der Nutzfahrzeuge und ist als dreisitziger Kastenwagen, als achtsitziger Kombi oder als achtsitzige Großraumlimousine Hiace GL erhältlich. Hiace Kasten und Hiace Combi werden zudem wahlweise mit kurzem oder langem Radstand angeboten. Serienmäßig sind alle Hiace Varianten als Viertürer inklusive seitlicher Schiebetür und zweifach einstellbarer Heckklappe ausgeführt.

Die neue allradgetriebene Variante des Hiace Kastenwagen macht ihn für uns an dieser Stelle erwähnenswert. Der permanente Allradantrieb im Hiace hat ein Zentral-Differential und eine Viscokupplung und soll dem Transporter vor allem auf losem Untergrund, auf Schnee und generell bei schlechten Witterungsverhältnissen eine gute Traktion und ein Plus an Stabilität und damit Sicherheit geben.

Damit wird der Hiace 2.5 D-4D 4x4 mit 117 PS /86 kW vor allem auf Baustellen, aber auch im land- und forstwirtschaftlichen Bereich sowie in allen bergigen Regionen interessant.

Daneben gibt es auch eine Variante mit 95 PS / 70 kW, die aber nur ohne 4x4 angeboten wird. Die modernen Common-Rail-Turbodiesel verbrauchen im Schnitt nur 8,5 Liter Diesel, der CO2 Ausstoß beträgt 224 g/km.

Toyota RAV4
Serienmäßig verfügt der RAV4 über den aktiv geregelten Allradantrieb ATC 4WD. Er verteilt die Antriebskraft so wie es die jeweilige Fahrsituation erfordert optimal auf Vorder- und Hinterachse. Der Allradantrieb ist elektronisch mit dem Antiblockiersystem, der Fahrstabilitätsregelung VSC und der elektrischen Servolenkung vernetzt.

Somit ist vor allem auf nassen und rutschigen Straßen für gute Traktion und ein sicheres Vorankommen gesorgt. Und auch im leichteren Gelände kann der RAV4 seine Vorzüge ausspielen, das schwere Offroad-Gelände war aber auch dem Toyota-Team für den SUV dann doch etwas too much.

Die Motorenpalette umfasst neben dem 152 PS starken Ottomotor zwei Dieselaggregate mit serienmäßigem Partikelfilter und 177 bzw. 136 PS.

Jetzt ist es aber endlich so weit und wir können mit Toyota´s echten Offroadern das präparierte Gelände unter die Räder nehmen.

Toyota Land Cruiser
Allein der Name sagt es schon, der Land Cruiser ist ein Offroader durch und durch. Dabei setzt Toyota nach wie vor auf eine robuste Leiterrahmen-Konstruktion mit aufgesetzter, also nicht selbsttragender Karosserie. Dabei bestimmen klassische Merkmale wie kurze Überhänge und markant ausgestellte Radhäuser sein äußeres Erscheinungsbild, auch wenn er mittlerweile längst salonfähig geworden ist und mit dem Raubein aus vergangenen Tagen nichts mehr gemein hat und sich vor der Oper ebenso gut macht wie im Gelände, wo den meisten das edle Blech doch viel zu schade ist.

Beim Karosseriebau setzt Toyota auf korrosionsresistente Spezialbleche, zinklegierten Stahl mit doppelt galvanischer Beschichtung sowie besonders schlagresistente Lacke um die Radläufe. Den Land Cruiser gibt es in zwei Karosserievarianten als kompakten Dreitürer und als geräumigen Fünftürer.

Der leistungsgesteigerte 3,0-Liter D-4D Common-Rail Dieselmotor sorgt im Land Cruiser für adäquate Leistung. Mit der Fünfstufen-Automatik beschleunigt er in 11,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h, das Sechsgang-Schaltgetriebe benötigt 0,3 Sekunden mehr. Statt 166 gehen jetzt 173 Pferde (127 kW) ans Werk und machen den Toyota 175 km/h schnell, der Mixverbrauch liebt zwischen 8,9 und 9,2 Liter Diesel auf 100 km und der CO2-Ausstoß liegt bei 240 Gramm pro Kilometer.

Noch mehr Power und Laufkultur stellt der kraftvolle, 249 PS / 183 kW bei 5.200 U/min leistende 4,0-Liter V6-Benziner bereit. Mit ihm gelingt der Sprint von Null auf Tempo 100 in 9,1 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist allerdings auch schon bei 180 km/h erreicht. Im Mix fließen hier 12,4 Liter Super bleifrei pro 100 km aus dem Tank, der CO2-Ausstoß ist mit 305 g/km recht hoch.

Doch bei unserem Offroad-Erlebnistag standen andere Qualitäten im Vordergrund und hier konnte der Land Cruiser mächtig punkten.

Kein Matsch war ihm zu viel, kein Wasserloch zu tief und keine Steigung zu abenteuerlich. Mit dem permanenten Allradantrieb mit zentralem Torsen-Differenzial verteilt er die Antriebskräfte variabel auf Vorder- und Hinterachse. In extrem schwierigen Offroad-Situationen kann das Zentral-Differenzial über einen Schalter im Cockpit zu 100 Prozent gesperrt werden, so dass beide Achsen starr miteinander gekoppelt sind. Derart gerüstet bezwingt der Land Cruiser sogar Steigungen von bis zu 42 Grad.

Gleich die erste Steigung hebt die Front des Land Cruiser so an, dass ich nur noch Himmel sehe, ich liege mehr auf der Lehne als dass ich sitzte. Hoffentlich kippt der jetzt nicht nach hinten um. Aber der Toyota gräbt sich hoch, die Front kommt wieder runter, oder doch nicht? Noch immer ist nur Himmel und ganz entfernt etwas Horizont zu sehen.

Ein Instruktor taucht neben dem Seitenfenster auf - ach, da ist ja auch Landschaft zu sehen - und winkt mit den Worten: "Nur zu, geht schon!" Und schon geht es, nämlich abwärts, und zwar so steil, dass man glaubt aus dem Sitz zu rutschen. Böschungswinkel von 31° vorne und 29° hinten (beim Fünftürer etwas weniger) sowie ein Rampenwinkel von 24° machen Achterbahn im Gelände möglich.

Weiter geht's und langsam kippt das Gelände nach rechts ab - jetzt wären Hosenträgergurte nicht schlecht, man kann sich kaum auf dem Sitz halten und der Land Cruiser schafft eine Schräglage von 42°. Jetzt kippen wir nach links, da findet man Halt an der Tür - oh Mann, mir wird schlecht.

Endlich wieder ebene Erde, doch was sage ich, der "Weg" ist übersät mit tiefen Löchern, nur gut dass der Land Cruiser "Executive" über ein semiaktives Fahrwerk mit regelbarer Dämpfungscharakteristik TEMS (Toyota Electronically Modulated Suspension) verfügt, das die Dämpferkennung dem Fahrstil, der Karosseriebewegung sowie der Straßenbeschaffenheit automatisch anpasst. Die Hinterachse ist mit einer Luftfederung inklusive variabler Niveauregulierung ausgestattet. TEMS ist mit dem elektronischen Stabilitätsprogramm VSC und der aktiven Antriebsschlupfregelung A-TRC vernetzt. Das Fahrzeugniveau lässt sich über einen Schalter im Cockpit manuell um 30 Millimeter anheben und absenken.

Die maximale Bodenfreiheit beträgt so bis zu 222 Millimeter, und so komme ich dank optimaler Verschränkung auch durch diese Sektion. Und dann heißt es "Land unter". Etwas forsch nehme ich die "kleine Pfütze" und das braune Schlammbad ergießt sich über die Motorhaube. 70 cm Wattiefe hat der Land Cruiser, das ist eine ganze Menge Wasser, und davon sollte nichts in die Luftansaugung geraten. Jetzt bloß nicht stecken bleiben, der Abschlepphaken liegt 30 cm unter der Wasser/Schlammoberfläche.

Doch auch hier sorgt der Japaner dank grobstolliger Bereifung für ein sicheres Weiterkommen. Und weiter geht es, bergauf, bergab, durch lange Schlammpassagen mit tiefen Spurrinnen, der Toyota schiebt sich quer, klettert aus der Fahrspur, rutscht wieder rein, links und rechts spritzt der Matsch bis auf's Dach. Meine Hände sind feucht, Schweiß steht mir auf der Stirn - aber ich bin glücklich. Glücklich, auch wieder aus dem Parcours heraus zu sein.

So, und weil's so schön war jetzt das Ganze noch mal mit dem kurzen Land Cruiser. In der dreitürigen Karosserievariante verfügt die Basis-Variante "C" über ein Hinterachs-Sperrdifferenzial für den extremen Geländeeinsatz. Mit der Zeit wird man mutiger, erfahrener und so spritzt der Schlamm noch höher ...

Toyota Hilux
Um das Nutzfahrzeugimage ein wenig abzuschütteln, bietet Toyota den Hilux nun auch in einer Exclusive-Ausstattung und mit einem überarbeiteten 3-Liter-Diesel an. Generell stehen drei verschiedene Karosserievarianten zur Wahl: Single Cab 4x2 mit Hinterradantrieb, Extra Cab 4x4 mit zuschaltbarem Allradantrieb und der viertürige Double Cab 4x4, ebenfalls mit zuschaltbarem Allradantrieb.



Der neue Hilux 3.0 D-4D ist ausschließlich als Double Cab 4x4 mit Fünfgang-Schaltgetriebe oder optional mit einer Vierstufen-Automatik zu haben. Aus 2.982 cm³ Hubraum schöpft er eine Spitzenleistung von 126 kW / 171 PS bei 3.600 U/min. Dazu gesellt sich ein maximales Drehmoment von 343 Nm, das schon ab 1.400 U/min anliegt und bis 3.400 U/min konstant bleibt.

Basismotorisierung bleibt der 2.5 D-4D mit jetzt 120 PS / 88 kW und einem mächtigen Drehmoment von 325 Nm. Beide Motoren erfüllen die Abgasgrenzwerte für Gruppenfahrzeuge nach Euro IV.

Werte, die allerdings im Gelände eher nebensächlich sind und dort wollten wir ja nun mal hin. Dazu den zuschaltbaren Allradantrieb mit Geländeuntersetzung aktiviert und schon konnte es losgehen. Um es gleich vorweg zu nehmen, auch der Hilux meisterte den Parcours mit Leichtigkeit.

Auch er geht durch 700 mm tiefes Wasser, hat eine Bodenfreiheit von 292 mm und Böschungswinkel von 30° vorne und 23 Grad° hinten. Beim Rampenwinkel muss man mit 23° ein paar kleine Abstriche machen.

Ein Verteilergetriebe, das die Antriebskräfte des Motors auf Vorder- und Hinterachse aufteilt, stellt ein Höchstmaß an Traktion sicher. Ganz klassisch mit einem Wählhebel, der direkt neben dem Schalthebel platziert ist, kann der Fahrer zwischen Heck- und Allradantrieb wählen. Sowohl bei Stillstand als auch bis zu einer Geschwindigkeit von 80 km/h kann der Allradantrieb aktiviert werden.

20.10 Uhr, tiefrot versinkt die Sonne hinter den jetzt verlassen Hügeln, ich sitze auf der Motorhaube meines Hilux und rauche eine Zigarette ...

Okay, okay, jetzt ist die Romantik mit mir durchgegangen, die Veranstaltung endete schon am frühen Nachmittag und Rauchen ist sowieso schädlich. Aber es war ein tolles Erlebnis und der Duft von Freiheit und Abenteuer, von stinkenden Kupplungen und qualmenden Ölwannen und Auspufftöpfen lässt die Gedanken gen Westen ziehen ...

Wenn Sie einmal die Gelegenheit haben, Ihren Offroader so richtig ins Gelände zu fahren - so ganz legal meine ich - dann zögern Sie nicht lange.

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